Tourbild
Türkei 2021
Chris Tourbild
Mongolei 2022
on the Tourbild
Anden 2023
Bike Tourbild
W-Afrika 2024/25

Home: Touren Weißer vertikaler Strich Bikes Weißer vertikaler Strich Facebook-Logo Weißer vertikaler Strich YouTube-Logo Weißer vertikaler Strich Instagram-Logo Weißer vertikaler Strich Karte Weißer vertikaler Strich Suche & Kontakt

VG WORTTour 137: Kigali - Durban (ca. 5.000 km)



Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht

Tour 137: Kigali - Durban (5.12.2025-26.1.2026) ca. 5.000 km
Von Ruanda nach Südafrika: Elf Länder im südlichen Afrika in 50 Tagen

Ausrüstung: Bike & More
Ausrüstung:
Bike & More
xxx

ACHTUNG
Für die Berichte ab 1.1.jetzt hier clicken:

Teil 2: Januar 2026
Simbabwe, Botswana, Südafrika, Eswatini, Lesotho


Teil 1: Dezember 2025
Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik



Freitag, 5. Dezember 2025: Mainz - Zug - Frankfurt - Flug - Doha

Endlich mal ein Karton für das Rad, der richtig groß ist. Man kann das Rad ganz einfach reinschieben. Wermutstropfen: der Karton allein wiegt knapp 10 kg und die Summe der Maße übersteigt mit 333 cm. Das maximale mögliche. Egal. Ein bisschen Risiko.
Das Taxi zum Flughafen ist früher bei unserer Wohnung als ich und Miri. Trotzdem geht’s pünktlich los. Beim Checkin von QKatar Airways sind sie sehr nett. Trotzdem kostet der Spaß mit dem Fahrrad allein für die Strecke nach Kigali 219 €. Alles easy am Freitagabend am Frankfurter Flughafen.
Auch der Korb mit den beiden Fahrradtaschen ist diesmal in einen Karton gewandert. Umzugskarton. Dazu noch der Rucksack mit allem für eine Zelt Übernachtung. Handgepäck diesmal nur die Lenkertasche. Wie in Südamerika vor drei Jahren wiegen Rad und Gepäck knapp 40 Kilo.





Samstag, 6. Dezember 2025: Doha - Flug - Kigali - Ruhanga Genocide Memorial - Rwamagana (54 km)

Landung im goldigen Morgensanddunst von Doha. Der Flughafen ist eine riesige ästhetische Konsumwelt für sich. Der Abflug nach Kigali ist eine Etage tiefer. Hier ist es düster, voller und das Wlan ist schlechter. Um die Homepage zu aktualisieren muss ich wieder eine Etage höher. Und im Gegensatz zu den Gates oben gibt es keine erneute Handgepäck-Kontrolle.
Der Flieger von RwandAir begrüßt mich mit dem Slogan: Fly the dream of Africa. Weil ich mit zwei Fluggesellschaft fliege, konnte ich für den Hinflug kein Fahrrad Ticket online buchen. Ging es bei Qatar Airways überdurchschnittlich bei Service und Verpflegung zu, ist es jetzt wieder normal. Im typisch ruandischen Franglais. Durch die Fluchtbewegung in englischsprachige Nachbarländer während des Genozids in neunziger Jahren hat das Englische stark an Bedeutung gewonnen. Das Französisch aus der belgischen Kolonialzeit (die auf die deutsche folgte) wird immer stärker verdrängt.






Das Visa on Arrival habe ich im Handumdrehen für 50 $. Die Gepäckstücke werden per Hand gescannt, wie man durch die dunkle Scheibe bei der Gepäckausgabe sehen kann. Das dauert. Ich stehe genau an dem Band, an dem vor sechs Jahren am Ende mein Fahrrad nicht erschienen und ich einen Tag warten musste, bis türkisch Airlines des Rad aus Istanbul herbei geschafft hatte. Schließlich geht der Rollladen links vom Band bei der Sperr Gepäckausgabe auf und erstaunlicherweise passt mein üben dimensioniert Karton halbwegs drauf.
Der Zoll will, dass sich das Fahrrad rausholen. Wenn es neu wäre, gäbe es Probleme. Vor dem Ausgang montiere ich alles. Es scheint zu funktionieren.
Da die Grenze zwischen Ruanda und Burundi schon eine Weile geschlossen ist, muss ich einen Schlenker durch Tansania im Osten radeln. Da der Flughafen im Osten von der Hauptstadt liegt, und ich Galli schon von meinem Besuch vor sechs Jahren kenne. Radle ich direkt aus der Stadt. Angenehme 25°.
Schon am Stadtrand. Stadtrand die ersten Mzungu-Rufe (Weißer!). Die letzten weißen für heute habe ich im Flughafengebäude gesehen. Dann trinken die ersten und schon bald heißt es Give me Money. Welcome to Africa.
Schwerte beladene Fahrräder gibt es deutlich weniger als vor sechs Jahren. Aber die, die es gibt, kommt, sind beeindruckend wie zuvor. Mit einzelnen komme ich ins Gespräch. Viele Radler können erstaunlich lange mithalten, meist Taxi Fahrer.
Ein kleiner Abstecher zu einem Völkermarkt Denkmal ist zwar sehr pittoresk, (Piste!), Aber anstrengend und von dem Denkmal ist nicht viel zu sehen, weil geschlossen. Dafür radle ich so in die Dunkelheit. Der Verkehr bleibt heftig. Viele LKW. Ständig muss ich auf den schlechter asphaltierten Seitenstreifen ausweichen.
Einige der legendären 1000 Hügel von Ruanda muss ich bewältigen und komme dabei auf über 1600 m. Schließlich kommt die lange Abfahrt nach.Rwamagana. In einem großen katholischen Gästehaus bin ich wohl der einzige Gast. Weil beide ATM Maschinen am Flughafen kein Bargeld für mich ausgespuckt haben, muss ich über US-Dollar verhandeln. Der Kurs ist nicht geläufig. In einem Supermarkt kann ich schließlich überraschend mit Visakarte zahlen, nachdem das Lesegerät von den Mitarbeiterinnen mühsam in Betrieb gesetzt worden ist.
Dann doch eine schlechte Nachricht vom Fahrrad: die Rohloff-Nabe verliert Öl. Möglicherweise eine Folge des Flugs. Es gibt sogar Fluggesellschaften, die Räder mit Rohloff Narbe ablehnen..









Sonntag, 7. Dezember 2025: Rwamagana - Grenze Ruanda/Tansania - Rusumo (111 km)

Um 6:15 Uhr ist die große katholischeKirche mit ihren 1500 Sitzplätzen komplett voll. 2019 gebaut, jetzt schon zu klein. Gute 2 Stunden dauert er Gottesdienst zum zweiten Advent. Mit stetig steigender Stimmung.
Am Hinterrad ist weiterhin ein Leck. Dazu kommt: eine Speiche ist gebrochen. Erinnert an das Speichendrama vor einem Jahr mit dem Faltrad. Diesmal entdecke ich es wenigstens frühzeitig und korrigiere mit dem Speichenspanner. Zumindest schleift es nicht an der Bremse.
Heute , am Sonntag,ist weniger Verkehr. Vor allem, nachdem ich auf der N4 Richtung Süden bin. Ru macht seinem Hügel-Ruf alle Ehre: 1400 Höhenmeter sind es am Ende auf 111 km. Oft geht es recht steil bergauf. Ich blicke immer ein bisschen Neid voll in die Taylor, aber die Strecke führt über die nächste Anhöhe.






Es gibt einige verlockende Hotels an der Strecke. Aber ich will nach Tansania. Dort gilt Linksverkehr. Noch auf Juan Seite gibt es eine entsprechende Kreuzung, wo der Verkehr um geswitcht wird.
Die One stop Border Einrichtungen Richtung Tansania sind auf der tansanischen Seite. Der Ausreisestempel aus Ruanda entfällt irgendwie. Ruckzuck habe ich für 50 $ mein Double Entry Visa. Alles ist hier recht übersichtlich, sogar der Straßenhandel zum Geldtausch und Simkarten Verkauf. Ein netter junger Mann verkauft mir für 1,50 € eine Simkarte und für 4,04 € GB für einen ganzen Monat. Als die Installation mit Reisepass Einreisestempel etc. abgeschlossen ist, ist es fast dunkel. Jetzt noch 1500 m Stahl bergauf zum besten Gästehaus am Orte. De Der Simkarten Mann war etwas entsetzt, dass ich zehn Euro für eine ganze Übernachtung ausgeben möchte.





Montag, 8. Dezember 2025: Rusumo - Kabanga (Grenze Tansania/Burundi) - Muyinga (84 km):

Morgens gibt’s kein Strom mehr, aber das läuft noch. Frühstück gibt’s im rudimentären Restaurant gegenüber. Drei Chapati und ein Ingwer Tee.
Erstes Highlight des Tages: direkt am Ortsrand von Rusumo die Fähre über den Fluss XYZ, der ein paar Meter weiter in der Grenze einen Wasserfall bildet. Der Fluss ist hier sehr schmal. Zehn 20 m. Eine Brücke sollte eigentlich machbar sein. Stattdessen gibt es eine Fähre am Kabel hängend. Eigentlich soll sie nicht mehr da sein aber offenbar funktioniert sie wieder. Ich habe Glück, die liegt auf meiner Seite und schnell bin ich drüben. Dort ist Piste. Und dort geht es vor allem steil bergauf. Auf der Piste ist es noch ein bisschen anstrengender. Zehn, zwölf % Steigung. Viele gepflegte Häuser links und rechts, dazu jede Menge Landwirtschaft: Bananen, Mais und sowas.
Dann kommt auch noch die Sonne raus. Ich muss alle Parameter beim schieben eine Pause machen. Trinke sehr viel. Es zieht sich aber es ist wunderschön.
In Mubinyange kaufe ich ein paar Softdrinks, mehr verträgt mein Magen bei dieser Hitze sowieso nicht. Nun geht es 34 km munter bergab, bis zur Grenzstation. Schon weit vorher haben die LKW-Fahrer eine Warteschlange auf der rechten Straßenseite angelegt. Schließlich geht es wieder zurück vom Links- zum Rechtsverkehr.





Die Geldwechsler nerven schon eine Weile vor der Grenze, vor allem einmal in der Fiebermessstation, wo sie ein Mitarbeiter schließlich verjagt. Es ist alles etwas unübersichtlich und es sind noch gut 1,2 km bis zur entscheidenden Einreisekontrolle. Das nutzt ein Fixer, um mich durch das LKW Labyrinth zu bringen, was ich wohl auch so geschafft hätte. Er stellt sich dann an mein Fahrrad, während ich in die Grenzstation gehe. Wieder eine One stop Border. Für Rund. Vierzig Dollar gibt es derzeit nur ein Transit Visum über drei Tage. Da sind wohl nur zwei Nächte drin enthalten. Für 300 km Strecke. Insgesamt sollte man eher morgens einreisen und nicht wie ich ziemlich kaputt am Nachmittag. Zu guter letzt noch Geldwechsel mit Tohuwabohu drumherum. Wir sind erst mal nur Dollar gefragt. 3000 ist der offizielle Kurs, den ich auch gerade beim Visum bezahlt habe. Der Schwarzmarktkurs liegt aber bei 7300. Ich wechsel schließlich bei 4000. Der Helfer, den ich mit einem Dollar beglückt habe will zurück tauschen. Aber dafür habe ich jetzt kein Kleingeld.
Und wieder geht es munter bergauf. Aber diesmal ist es asphaltiert. Da können es auch acht neun,zehn % Steigung sein. Erst Erst tröpfelt es ein bisschen, und plötzlich knallt das Wasser von oben runter. Ich flüchte in das nächstbeste Mini Haus, in dem eine alte Frau auf ihrem Stuhl sitzt und durch die Tür Start. Sie holt ein Tuch und will es mir auf ihrem Stuhl unterlegen. Ich bevorzuge die Plane auf dem Boden, auf der ich von einem Meerschweinchen um schwirrt werde. Sie interessiert sich für die Fotos vom heutigen Tag. Schließlich darf ich auch sie fotografieren, als wir wieder draußen sind.
In Muyinga nehme ich wieder das beste Hotel am Platz. Umgerechnet auf meinen Kurs elf Dollar. Dafür diesmal mit riesigen Swimmingpool, in dem auch einige Gäste schwimmen. Auch heute habe ich keinen weißen gesehen. Nicht mal an der Grenze.






Dienstag, 9. Dezember 2025: Muyinga - Gitega (98 km)

Ab 6:00 Uhr soll es Frühstück geben. Immerhin werden die Tische gesäubert. Um sieben bekomme ich dann ein Omelette und ein Gericht mit Koch Bananen, dazu wieder afrikanischer Ingwertee.
Ich bedaure es etwas, gestern Nachmittag schon über die Grenze gefahren zu sein. Wäre ich gestern und vorgestern jemals vor der Grenze geblieben, hätte ich jetzt volle drei Tage für Burundi. Gitega leg in 100 km Entfernung, dazu 1300 Höhenmeter. Eigentlich die perfekte Etappe für heute. Dazu ist es bedeckt und kühler als an den Tagen zuvor zur nächsten 19, 20°. Aber wenn ich morgen früh aus Burundi raus sein, müsste ich eigentlich weiterkommen.
Alles ist noch ein bisschen ärmer als in Tansania. Die Räder sind noch ein bisschen wackeliger, die Lasten auf den Rädern. Dafür noch etwas größer und höher. Vierjährige tragen schon ihre Geschwister auf dem Rücken. Vor allem die Kleidung ist heruntergekommen. Meistens.
Schon nach ein paar Kilometern muss ich den Speichenspanner zur Hand nehmen. Das Hinterrad schleift infolge der fehlenden Speiche. Es dauert ein wenig, bis ich es korrigiert habe. Jedes Mal, wenn ich das Rad testweise schiebe und das schleifen an der Bremse zu hören ist, führt das zu begeisterndem kichern der herum stehenden Jungs.





Es ist ein stetiges auf und ab auf Asphalt Beute, mit meist flachen, anstiegen. Lange Zeit führt der Weg auf der Anhöhe von einem Flusstal entlang. Der Fluss schlängelt sich zwischen Reisfeldern.
Ich werde einerseits von den Leuten am Straßenrand gefeiert, oft frenetisch bejubelt, vor allem von Kindern Schulklassen, Fußballspiele werden unterbrochen, weil ich vorbei radle. Andererseits weichen die Kinder auch vor mir aus, sind viel ängstlicher als in Ruanda. Und sprachlich ist weder mit Französisch noch mit Englisch allzu viel zu machen. Vor allem blicken alle immer begierig auf das Gepäck am Rad, ob sie irgendwelche Lebensmitteln für sich beanspruchen können. Auch die Bitte um Geld begleitet mich den ganzen Tag.
Auch heute liegt der Zielort auf einem Berg. Es ist erst 15:00 Uhr. Aber ich bin erschöpft und in absehbarer Entfernung ist nach meinen Recherchen keine Unterkunft. Hier aber, in Gitega, gibt es jede Menge. Das Bethel Hotel wird in I Overländer empfohlen. Zurecht.
Ich kann von Glück sagen, dass ich nicht noch weiter gefahren bin. Weil es anfangs bedeckt und vergleichsweise kühl war, habe ich die Höhe in der Sonne unterschätzt. Jetzt machen sich ein leichter Sonnenbrand und Sonnenstich bemerkbar. Der Rest des Abends und der Nacht, sind den klassischen Gegenmittel überlassen: kühlen, viel trinken, eincremen,







Mittwoch, 10. Dezember 2025: Gitega - Rutana - Kayogoro - Taxifahrt (60 km) - Grenze Burundi/Tansania - Nyarabanda (106 Rad-km)

Die Nacht war mittelprächtig. Irgend so eine Sommererkältung hab ich auch noch. Viel Zeit nachzudenken, wie ich heute weitermache. Viele Optionen durchgegangen. Aber morgen bin ich wieder fit und bin schon um 6:20 Uhr auf dem Rad. Im Idealfall schaffe ich die 160 km zur Grenze. Gespickt allerdings mit rund 2000 Höhenmetern.
Es knackt. Und ich brauche gar nicht das schleifen Hinterrad zu hören, um zu wissen, dass die zweite Speiche gebrochen ist. Bei einer Abfahrt, circa 40 km/h, aber sehr smoother Asphalt. Am Fuß des Berges, sichtete ich die Lage. Alles Gepäck runter. Das zweite Speichenloch ist jetzt etwa 45 Speichen vom andern entfernt. Wieder fange ich an zu korrigieren.
Eine junge Maisarbeiterin kommt vom Feld runter und gesellt sich zu mir. Courageuse. Bisjetzt völlig untypisch, dass sich Mädchen oder junge Frauen allein in meiner Nähe aufhalten. Ich bitte Florienne mich zu filmen und fotografieren. Auch sie darf ich fotografieren. Sie meint im nächsten Dorf könne ich eine neue Speiche kaufen. Spricht ganz gut Französisch.
So richtig bekomme ich die Speichen nicht eingestellt. Entweder sie schleifen auf der einen oder auf der anderen Seite aber es stört nicht beim fahren.





In Rutana, nach 70 km, bin ich schon ziemlich fertig. Da sich ein Motorradfahrer anbietet, mich 90 km zur Grenze zu begleiten, überlege ich mich von ihm die Berge rauf ziehen zu lassen. Ist mir aber dann doch zu teuer, zu lang und zu gefährlich.
Aber der Ball ist gebrochen. Ich denke immer stärker darüber nach, wie ich heute noch rechtzeitig zur Grenze kommen kann. Ich könnte es drauf ankommen lassen und einfach einen Tag länger bleiben, ist es drei Tages Transit Visum zulässt, das würde vermutlich nicht viel Spaß bringen.
Schließlich sitzt da ein Fahrer allein in seinem Taxi, was eine Seltenheit ist. Er verlangt je nach Wechselkurs 30,25 oder 20 $ für die 60 km bis zur Grenze. Ich sage sofort zu. Ähnlich wie beim Motorradfahrer. Érik bildet sich auch hier eine große Traube von Menschen aus dem Nichts, heraus um uns herum. Am Ende war noch einige Helfershelfer Backshish. Zum Glück habe ich noch ein paar kleine Scheine.
Den Rest wechsel ich an der Grenze und erreiche wieder mühsam die 4000 Frauengrenze für den Dollar. Diesmal ist es keine One stop Border. Die Ausreise aus Burundi zieht sich etwas. Bedauern, stellen Sie fest, dass ich innerhalb der drei Tage meines Visums geblieben ist. Es wäre vermutlich kein großer Spaß mit Ihnen über die finanzielle Regulierung eines vierten Tages zu verhandeln. Außerdem beherrscht der Grenzbeamter, der meinen Vorgang am Computer anliegt, nur rudimentäre Kenntnisse.
Jetzt sind es für heute ein letztes Mal 2 km steil, bergauf auf Gut asphaltierten Grund zur anderen Grenzstation. Die Laktatwerte sind nach der Pause im Taxi grausam. Und wie stets, wirkte die Strecke aus dem Auto heraus, kaum zu bewältigen. Genau auf der Grenze wird diesmal der Verkehr von rechts nach links und links nach rechts umgeleitet. Das tansanische Visum habe ich ja schon am Sonntagabend bekommen. Diesmal gibt’s nur einen zweiten Einreisestempel.






Donnerstag, 11. Dezember 2025: Nyarubanda - Kigoma - Uijiji - Kigoma (84 km)

Wieder ist es eine Nacht im Delirium: ich glaube mein 9,99-Decathlon-Safari-Hut versengt mein Gehirn. Er fühlt sich eigentlich ganz angenehm an, aber offensichtlich bekommt meine Birne zu viel Hitze ab.
Heute allerdings: Regen. So viel Regen, dass ich ein 2 Stunden ins Land gehen lasse, bevor ich starte. Insgesamt geht’s runterfahren rund 1700 m auf 700 m zum Lake Tanganyika. Zweitgrößter See nach dem Victoria See. Er zieht sich von Nord nach Süd durch den westlichen Gravenbruch. Die Straße geht zunächst auf der Höhe und so sehe ich die gigantischen Gebirge, die der Grabenbruch hier auftürmt.
Irgendwann regnet es sich ein bisschen ein, aber ich halte durch bis zum deutschen Bahnhof von Kigoma, der 1912 eröffnet wurde. Kaiser Wilhelm, dem man ein paar Meter weiter ein Haus gebaut hat. Sollte hier vorbeikommen, aber die Geschichte wollte es anders.





Die meist empfohlene Unterkunft vom Lonely Planet hat leider dicht gemacht. Aber ein paar Meter weiter finde ich eine andere nette kleine Lodge.
Nach der der Wasch- und Regen Siesta geht’s zur Speichen Reparatur. Ich radle hinaus in die frühere Sklaven und Handelsmetropole der Araber, Ujiji. Hier entdecke ich tatsächlich am Straßenrand einen Fahrradhändler. Yousuf braucht ein wenig, bis er in seinen Ersatzteil lagern. Zwei passende Speichen findet. Dann geht es Ruckzuck. Womit ich nicht gerechnet habe: er hat Schwierigkeiten mit dem französischen Ventil. Da nützt auch seine Hydraulikpumpe nichts. Ich fahre mit dem TukTuk zurück zum Hotel um eine Pumpe zu holen. Als ich wiederkomme, ist es irgendwie doch aufgepumpt.
Um die Ecke beim Fahrradhändler ist das Livingstone Memorial. Eigentlich ein Museum. Aber bis ich entdeckt habe, dass es auf ist und mir die Null transparente Preisgestaltung habe leeren lassen, hat mich schon ein Junge genervt, der hinten am Fahrrad irgendwas gemacht hat und ein anderer Mann in Uniform, der mir erzählen, wollte ich dafür nicht fotografieren an dem schönen Seeufer. Auch wenn das vom Reiseführer als höchst bezeichnet wird, verzichte ich.
Komme ich an anderer Stelle noch zum Seeufer, kann shoppen und zu guter letzt auf dem Dachterrasschen Fest Lodge Bier trinken. Fazit: die Serengeti kann man auch trinken.







Freitag, 12. Dezember 2025: Kigoma - Uvinza (106 km)

Das Problem mit dem Ölleck an der Hinterradnabe bleibt. Ich maile Experten. Recht bedeckt heute. Düster. Der Zeitvorteil hier: die Uhrzeit richtet sich nach der Hauptstadt an der Küste im Osten. So geht die Sonne hier um 6:30 Uhr auf und um 19:00 Uhr unter. So ist es morgens etwas relaxter.
Vom See im Grabenbruch geht es zurück hinauf in die Berge. Google Maps plant zwar mit der Direktverbindung nach Uvinza als Autoverbindung, die Strecke ist aber sehr mager dargestellt. Also möglicherweise 40 km Umweg für Asphalt? Am Abzweig zeigt sich alles ok.





Ab und zu ein paar Tropfen. Gelegentlich kreuzen die Bahngleise. Über Uvinza ist es nochmal düster. Doch ich komme trocken zur Amani Lodge. Nachmittagessen vor der Tür: Reis, Chips, Beans und ein bisschen Grünzeug. Spaziergang zum (deutschen?) Bahnhof.





Samstag, 13. Dezember 2025: Uvinza -Pass (1707 m) - Mpandule (104 km)

Den Anfang der Piste habe ich gestern Abend schon bei der Ankunft gesehen. (Kleiner Nachtrag: der Ort wurde tatsächlich 1913 von der deutschen Eisenbahn erreicht und hatte dann auch einen deutschen Namen: XYZ). 60 km. Dann geht es im wesentlichen bergauf ich bin entsprechend langsam. Aber es ist ein Traum. Auf roter Piste durch grünen Wald. Menschen scheinen hier nicht zu leben. Alle 10 Minuten kommt mal ein Motorrad, Bus oder LKW vorbei. sogar frei lebende Schimpansen bekomme ich geboten.
auf einigen Kilometern vor dem Pass herrscht härtestes Wellblech: die Waschbrettpiste zwingt mich zum Schneckentempo. Dann geht es endlich richtig bergab und bei Kilometer 71 gibt es eine Art Raststation. Abgesehen von den beiden. Antennen am Wegesrand. Die erste menschliche Siedlung. Und genau jetzt beginnt der Regen. Die kräftigen Donner waren schon recht nahe gekommen. 1 Stunde etwa bleibe ich hier. Es hat nicht so stark geregnet, dass der Weg, die Piste nun unpassierbar wäre. Denke ich zumindest, aber bald blockiert das Rückgrat von dem roten Schmodder.





Ich versuche die ein oder andere Technik. Letztlich entscheide ich mich. Das hintere Schutzblech abzumontieren. Jede Schraube hat ihre eigenen Bockigkeiten. E Ein junger, Tansanianer ist stummer Zeuge.
Ein wenig später blockiert auch das Schutzblech am Vorderrad. Hier kann ich mich nicht für den Total Abbau entscheiden. Also immer wieder den Dreck wegmachen mit dem Taschenmesser. Die Sonne ist noch mal wunderbar herausgekommen. Als sie sinkt ist das geplante Quartier noch in weiter Ferne. Schon den ganzen Tag über habe ich mich gefreut, dass mich das Zelt unabhängig macht.
Als ich nun einen Zeltplatz suche, stell dich schnell fest, das tatsächlich seit der Raststation ist, nicht mehr ganze so unbesiedelt ist. Dann finde ich doch ein Waldplätzchen ganz in Straßen nähe. Weil ich am Ende doch die alte, nicht ganz so leichte komplett Ausrüstung von uns mitgenommen hab, kenne ich mich wunderbar aus beim Aufbau.





Sonntag, 14. Dezember 2025: Mpandule - Mpanda (94 km)

Wunderbare Zeltnacht im Wald. Nie war es einfacher, die Heringe ins Erdreich zu drücken. Und am Morgen ist das Zelt von außen trocken. Einige der letzten geschenkten Weihnachtsplätzchen aus der Heimat als Adventsfrühstück.
Nach einer Stunde erreiche ich die Wasserfälle von Nkwonde. Ein neues Hinweisschild steht an der Straße. Laut Google Maps hätte ich allerdings schon ein, zwei km vorher daran vorbeikommen müssen. Am Fuß des Wasserfall ist ein Zeltplatz mit Hütten. Hier war Transparency International schon aktiv: umgerechnet zwei Euro Eintritt für Locals, das Doppelte für Ausländer. So steht auf einem großen Schild und es sind sogar Menschen vor Ort, zumindest einer der kassiert. Und zwei Gäste, die gerade vor ihrer Zelttüte frühstücken: die beiden haben mich gestern überholt mit ihrem Auto: weiße, aber keine Touristen. Tatsächlich, sie leben in Kigoma. Er vermarktet Honig, sie arbeitet als digitale Nomadin für eine Hilfsorganisation, unter anderem in Sambia. Nur sieben oder acht weiße Leben nach ihren Aussagen in dem Ort. Eine hatte ich gesehen. Wie sich jetzt herausstellt, ihre belgische Nachbarin.
Den Wasserfall sieht man nur aus der Ferne, dafür durch einen Bilderrahmen. Aus dem Flusstal geht es dann auch auf der Straße steil bergauf. Von nun an ist die Piste breiter. Offenbar wird an der Asphaltierung gearbeitet, irgendwann.





Dann schlägt das Wetter um. Erst werde ich nass. Dann stelle ich mich doch noch unter. Solche Gelegenheiten sind selten. Der Regen hat fast aufgehört, als ich weiterfahre, bevor er wieder so richtig loslegt. Zuletzt fahre ich wieder durch eine Wasserwand, ich sehe nichts mehr, außer links abseits der Straße, ein Haus. Ein Mini Haus. Das Paar heißt mich willkommen, es wird ein Ofen mit brennender Holzkohle vor mich gestellt. Ich dämmere dahin. So dauert es, bis ich das Tuch zur Nachbartür entdecke: »Küssen erlaubt«, steht da in Deutsch über dem Froschkönig.
Die letzten Hügel wärmen mich wieder auf. Hab Problem sind die komplett nassen Schuhe. So reicht es mir völlig nach 94 km, als ich die Stadt Mpanda erreiche. Die linke Ortlieb-Tasche wusste wohl nicht, dass siewasserdicht ist. Jedenfalls schwimmt das Werkzeug, das erste Hilfe Set und einiges andere im Wasser. Auch sonst und von der ZeltNacht gibt es einiges zu waschen und trocknen. Nachdem ich zunächst draußen mit einem Wasserschlauch Taschen und Fahrrad grob säubern kann.





Montag, 15. Dezember 2025: Mpanda - Sitalike - Katavi National Park (100 km Bus) - Lyazumbi Bus Stop - Paranawe (47 Rad-km)

Eigentlich will ich nur die Speichen am Hinterrad ein bisschen Nachjustieren. Erstes Problem: es schleift ein bisschen, aber man sieht überhaupt nicht auf welcher Seite. Am Griff lässt sich die Bremse irgendwie nicht mehr richtig einstellen. Dabei entdecke ich: der Gepäckträger ist auf der linken Seite nicht mehr fixiert. Nachdem ich das Schutzblech da entnommen hatte, ist jetzt offenbar das Gewinde im Eimer.
Ich entschließe mich schließlich eine Öffnung für die etwas erhöhte Befestigung des Gepäckträgerszu nutzen, die eigentlich überhaupt nicht für Schrauben vorgesehen ist. Danach muss ich noch den Korb etwas nach hinten umbauen. Die Kette muss sowieso geölt werden nach der Schlamm- und Regenschlacht. Zwischendurch gibt’s noch Hotel Frühstück. Bei der hinterradbremse könnte zu wenig Druck auf der hydraulikbremse liegen. Daran kann ich glaube ich gar nichts machen. Also im Wesentlichen vorne bremsen.
Eine neue Power Bank brauche ich auch noch. Die junge Frau aus einem Handyladen hilft mir schräg gegenüber einer für zehn Euro zu kaufen. Nachher sagt sie mir, dass diese Marke nichts taucht. Es gab keine andere.
Jetzt also gemächlich über die Hügel, eher bergab zum Katavi Nationalpark. Ein Omani mit Entourage hält an und dann mich an. Er ist von Muscat via Salalah, Aden, Djibouti nach Afrika gereist. Alles kein Problem durch den Jemen zu reisen und mit der Fähre über das Rote Meer. Nassar macht noch schnell einen Aufsager mit mir vor der Kamera. Sie haben im Nationalpark im Fünf-Sterne-Camp übernachtet.
Die öffentliche Straße führt mitten hindurch, aber für Radler gelten Löwen und andere wilde Tiere als gefährlich. Ein Uniformierter spricht zwar an der Sperre, die mit Beginn der Piste verbunden ist, von sehr vielen Löwen, die sehr gefährlich sein, wirkt aber nicht übermäßig überzeugend. Ich fahre erst mal direkt an den Fluss und kann dort tatsächlich Flusspferde nach einer Weile entdecken, wie sie im Wasser schwimmen und ganz leicht den Kopf und gelegentlichen auch mehr vom Körper über die Wasser über die Wasseroberfläche halten. Gelegentlich schießt eine Fontäne aus den Nüstern.




Das Büro des Nationalparks, wo der Eintritt kassiert werden sollte, liegt abseits. So kann ich unbehelligt zu einem 2 km weit entfernten Banda lodging radeln. Ein paar Schimpansen sehe ich und eine Antilopehechte davon. Von der angeblich hier überall präsenten Tsetsefliege bekomme ich kein einziges Exemplar zu sehen oder gar zu spüren. Wie mir überhaupt in den ersten zehn Tagen kein einziges Moskito begegnet ist, auch wenn ich jede Nacht unter einem Netz verbringe. beim Banda Lodging wird gekocht, aber es ist wenig einladend. Vor allem weit und breit. Keine Tiere. Es gäbe zwar jede Menge, aber die kämen vielleicht abends vielleicht in der Nacht vielleicht morgens. Das ist mir zu viel Spekulation. Ich radle zurück zum Eingang und schon bald vermittelt mich der uniformierte in einen (wie alle:) sehr vollen Bus. Nachdem ich das Vorderrad abmontiert habe, passt das Rad sogar hinten rein. Ich sitze vorne mit einigen andern auf der Mittelkonsole, wo ich mich mühsam halten kann. Regelmäßig darf ich eine leere Pepsi Flasche der Mutter neben mir reichen, damit sich ihre beiden jungen Söhne darin erleichtern können.
Ich könnte bis Sumbawanga durchfahren mit dem Bus, aber der hält zum Glück nach 100 km km Piste. Überraschend taucht nach ein paar Kilometern eine neue Lodge, die JB Lodge auf. Für vier Euro bekomme ich dort ein Zimmer mit Bad.
Abendspaziergang zur zentralen Kreuzung. Viele junge Männer laufen dort in einem eigenartigen Aufzug herum. Gummistiefel, kurzer Rock, traditionelle Armreif an den Armen, irgendein Fußball Trikot aus Europa, über dem Trikot, schräg eine Art Stola. Alkoholbedingt ist Riesenstimmung. Einige schlafen schon vor dem Sonnenuntergang ihren Rausch aus. Auch mein Serengeti Bier ist zu haben.






Dienstag, 16. Dezember 2025: Paramawe - Namanyere - Sumbawanga (116 km)

Ein kleines Vögelchen klopft hartnäckig ans Fenster, wer und ich ein paar Mangos und Bananen frühstücke. Auch wenn die Lodge neu ist: Fenster und Moskitogitter lassen sich nicht bewegen, im Bad ist keine Leitung dicht. Morgenreparatur: Der Kettenschutz gab ungute Geräusche von sich. Analyse: anderthalb Schrauben locker, eine weg. Die wird durch Kabelbinder ersetzt.
Am Ortsausgang muss ich mich entscheiden: ich bleibe auf der Google Strecke. Wie ist zwei 11 km länger, aber im Gegensatz zu der Direktverbindung asphaltiert. Die Landschaft hat sehr gewechselt. Nach Ende des Nationalparks gibt es keinen Wald mehr. Bäume stehen nur vereinzelt herum. Dadurch ist die Sicht sehr viel weiter.
Ich biete drei Radlern mit zwei Rädern meine Hilfe an, weil ein Ratingen Platten hat. Sie sind allerdings an Wasser interessiert. Ich trete Ihnen eine Flasche ab, dafür kann ich deren perfekte Pumpe benutzen. Meine eigene erfüllt leider nicht die in sie gesetzte Erwartungen. Nachdem ich Luft aus dem Hinterrad lassen musste, um das Schutzblech ab zu montieren, ist der Hinterreifen ein bisschen schlappi. Wo haben die in the Middle of Nowhere am Straßenrand so eine Pumpe her?





Die Gegend wirkt jetzt etwas wohlhabender. Vielfach wird gepflückt, teils mit Ochsen, teils mit Motor. Die Herden sind größer, man kann mehr kaufen und ich werde nicht mehr dauernd als Mzungu (weißer) bezeichnet. Stattdessen heißt es eher good morning good Afternoon good evening.
Die Tour bewegt sich ja im wesentlichen bisher über 1000 m Höhe. Heute erreiche ich neue Höchst Marken. In Kipane sind es 1940 m (Kipppunkt in Kipame!). Bis zum Zielort geht es auch nicht wesentlich runter. Das Hotel liegt immer noch auf Hochgebirgsverdächtigen 1860 m. Und was für ein Hotel! Umgerechnet 24 € kostet es, also das sechsfache von gestern. Dafür eine wunderbare Anlage, große Zimmer, fürstliche Betten, Handtücher, Shampoo, Bodylotion, Swimmingpool, zuvorkommende Bedienung, Frühstück included. Tansania kann's.
Göttlich: Frisch gepresster Avocado- und Mangosaft bei der Ankunft in der Stadt. Erst soll ich 5000 Shilling (zwei Euro) zahlen pro Flasche, schließlich tun es auch 1500 Shilling, ohne dass ich verhandle.
Kleines Fazit, die ersten 1000 km liegen hinter mir. Ich liege etwa im Plan. Beim Fahrrad liegt vieles im Argen. Positiv gesehen: kein einziger Platten.





Mittwoch, 17. Dezember 2025: Sumbawanga - Laela (97 km)

Der viele Regen in der Nacht hat den Ledersattel aufgeweicht, so dass ich nicht mehr so gut darauf hin und her Rutsche. Das auch tagsüber Regen geben soll bin ich versucht einen Tag hier zu bleiben. Obwohl oder weil ich jede Nacht mindestens 9 Stunden schlafe, bin ich morgens immer sehr erschöpft. Beim aufstehen scheinen die Kraftreserven gleich null. Aber innerhalb von 1 Stunde wendet sich das Blatt. So auch heute.
Regenerative 100 km durch die Region Rukwa stehen an, wie ich denke. Angenehme 21, 22, 23°. Die Tansanianer haben ihre Winterjackem raus geholt, sofern sie welche haben.
Die Straße bleibt zunächst auf der Höhe. Insgesamt geht es doch stetig auf und ab. Am Ende sind es fast doppelt so viel Höhenmeter wie von Google Maps berechnet. Frühes Mittagessen nach halber Strecke. Reis mit Kraut und winzigen Mini Sardinen.




Jeder Ort hat mindestens einen Zebrastreifen der erste, dreimal vier Buckel eingeführt im Abstand von der 200 m und der letzte von dreimal vier gucken beendet. Immer muss ich reduzieren meine Geschwindigkeit, besonders wegen der Speichen. Und weil es immer nur entweder bergauf oder bergab geht, muss ich etwa in der Hälfte der Fälle stark abbremsen.
Libanese Hasan Hussein, ein Nachfahren Mohammeds, kommt mit seinem Fahrer vorbeigefahren und hält kurz an. Der Junge Agro-veterinär-Ingenieur hat mir gestern Abend im Hotel noch die vielen arabischen Lehnwörter im Swahili erklärt. Und Popcorn geschenkt.
In Laela könnte ich gut und gern noch weiter radeln, aber auf den nächsten 130 km konnte ich keine Unterkunft ausfindig machen. Und hier gibt es eine ganz neue, sehr schöne: die City Lodge.
Kurz vor Sonnenuntergang gehe ich noch ins Zentrum. eigentlich ist es nur ein kleines Dorf. Aber was im Zentralen Club los ist, ist beachtlich. Hauptsächlich Jungs, ein paar junge Frauen, ein paar versuchen, mit mir ein Gespräch anzufangen aber die Musik ist zu laut dafür. Ich genieße die Vibrations.






Donnerstag, 18. Dezember 2025: Laela - Tunduma - Grenze Tansania/Sambia - Nakonde (131 km)

Was für ein leichter Tag. Am Ende sind es auch über 1000 Höhenmeter und die bisher längste Strecke von 131 km. Gut, ich habe ein bisschen Rücken wund vielleicht auch ein bisschen mehr. Aber alles geht heut leicht dahin.
Ich kann tatsächlich keine einzige Lodge entdecken, die mir gestern noch geholfen hätte. Genau die richtige Entscheidung getroffen. Ein bisschen bedrohlich immer: die Regenwolken. Ab und zu ein bisschen Sonne.
Bei der ersten Pause werden nebenan Mangos geerntet. Zwei junge Frauen haben viel Spaß daran, mit einem sehr langen Ast im Wipfel zu stochern. Dann fallen immer wieder zwei Mangos herunter.
Irgendwann ereilen mich dann doch ein paar Regentropfen. Aber da bin ich schon fast in dem Grenzort Tunduma. Fast 8 km stauen sich die LKW aus meiner Richtung vor der Grenze. Am Ende zwei reich. Entsprechend chaotisch ist der Verkehr teilweise kommt er komplett zum Erliegen. Ich komme nicht mal mit dem Fahrrad 1 cm weiter vor.





Praktischerweise mal wieder eine One stop Border. Aber hier ist richtig viel zu tun und draußen inzwischen Schlamm. Eine halbe Stunde muss ich auf die tansanische Ausreise warten. Ungefragt habe ich mal wieder einen fixer, der mir ein Formular besorgt mir sagt, wo ich hin muss und nebenbei auf mein Fahrrad aufpasst. Für Samia bekomme ich nur sieben Tage. Dafür umsonst. Aber eigentlich will ich nur eine Nacht bleiben.
Mein fixer verrät mir auch noch den Kurs, den ich beim tauschen von tansanische Schilling in sambisches Geld erreichen kann. Leider will er als Entlohnung keine Dollar, sondern nur sambisches Geld. Für ihn ist das gesammelte Kleingeld ungünstiger ungünstiger.
Im Schlamm bekomme ich schon mal einen Vorgeschmack auf die strecke von morgen. Nur das Hotel ist hier nicht zu finden. Dann habe ich was nettes, aber das ist schon voll. Aber sie schicken mich zu einem andern.
Das war mal eine sehr schöne Anlage. Lange her. Heute regnet’s ins Bad. WLAN funktioniert auch nicht. Anlass genug für einen kleinen Abendspaziergang. Im Laden von Monika kommt der Geldwechsler für mich persönlich vorbei. So kann ich mir noch ein Bier kaufen und frischgebackene Beignets. Und zum ersten Mal seit Burundi Joghurt.






Freitag, 19. Dezember 2025: Nakonde - Kanyala - Grenze Sambia/Malawi - Chitipa (89 km)

Hotel Frühstück gibt’s erst um acht. Nach tansanische Zeit 9:00 Uhr. Das schenke ich mir und breche schon um 6:30 Uhr auf. Heute ist praktisch ausschließlich Piste angesagt. Eine kleine NebenVerbindung rüber nach Malawi.
Der Anfang ist grauenhaft. Schlamm und Müll in Nakonde. Bei iOverlander wird die Piste so bewertet:“ You absolutely need a high clearance for this road, it is not even a road, just the best big gaps you can avoid all the way for 50km, it took us 2 and a half hours for these ones. It was dry season, I would recommend not to attempt when wet or rain season. Best worst road encountered in Africa so far.. but what a 4x4 adventure! Not big rig,campervan or small car friendly.“ und es hat geregnet. Aber auch heute geht es insgesamt leicht von der Hand. Natürlich fährt man auf der Piste mehr mit dem Oberkörper, muss ich ständig konzentrieren, die Abfahrten gehen auf die Bremsen und Handgelenke, oft muss ich schieben, ständig Ausschau halten nach dem Besten oder nicht schlechtesten Weg, dazu der Gegenverkehr aus Motorrädern und Fahrrädern, bei denen man immer den Linksverkehr im Hinterkopf haben muss.
Es gibt auch Passagen, die lassen sich ganz gut fahren. Ein Teil der Strecke verläuft direkt auf der Grenze zwischen Sambia und Malawi. Als es losgeht, ist da sogar ein Zaun. Aus dem Häuschen daneben krabbelt erst ein Mann, als erhöht wie ich eine Frau nach dem Weg frage. Er ist tatsächlich eine Art offizieller Beauftragter von Malawi. Er schickt mich in Richtung des Sambischen Grenzposten, der noch 26 km entfernt ist.
Bei der neuen Simkarte fehlt mir zunächst der Pass. Anfängerfehler, als ich ihn im Hotel geholt habe, meint die Fachfrau, sie könne sowieso nur was mit der ID Karte anfangen also könne ich noch mal 0,25 € zahlen für ihre ID.





Bei der sambische Ausreise habe ich eine Einmalige Gelegenheit. Das eigentliche Grenzbüro ist völlig verwaist, der Stempel liegt offen rum, ich könnte mir einfach die Ausreise in den Pass stempeln.
. Doch, ich versuche mein Glück erst auf der anderen Seite, der als Grenzcompound bezeichnet ist. Dort wecke ich mühsam den einzigen Grenzbeamten weit und breit. Er begleitet mich rüber und Ruckzuck bekomme ich meinen Stempel. An dieser Stelle ist die Piste zu Ende, es sind rund 5 km Asphalt bis zur Malawi Immigration. Google Maps kennt diese Strecke gar nicht.
Ich werde sehr nett willkommen geheißen, bekomme meine 30 Tage angerempelt und finde ganz in der Nähe noch einen ganz einfaches, aber sehr nettes Hotel, während gerade der übliche Nachmittags Regen startet.





Samstag, 20. Dezember 2025: Chitipa - Karonga - Chilumba (170 km)

Eigentlich geht es doch runter heute zum Malawi See. Der liegt auf etwa 475 m Meereshöhe. Der vorerst tiefste Punkt der Tour. Die Nebelschwaden hängen an den Bergen. Es geht ein bisschen auf und ab. Aber als die von Google berechneten 444 Höhenmeter bewältigt sind, ändert sich das nicht, es kommt noch mal die Hälfte drauf. So bin ich zwar nach knapp 100 kmvor 12:00 Uhr in Karonga. Aber ein bisschen fertiger als geplant. Jetzt also die Uferstraße. Vom See bekommt man lange nichts zu sehen. Es gibt große Lücken im Asphalt. Aber die betreffen die Autos mehr als mich.





Dann komme ich durch ein Fischerdorf. Auf Breitenholz Stegen werden die Fische getrocknet. Kurz darauf die ersten Radler auf meiner Tour. Nach 1500 km kommen mir Lotte und Tibo aus Brüssel entgegen. Sie sind standesgemäß am Kap gestartet. wollen nach Kigali. Aber mit Zug über Daressalam. Alle diese bisher getroffen haben, hatten viele Platten. Ich immer noch keinen. Netterweise wollen Sie mich auch in eine WhatsApp Gruppe der Südafrika Radler aufnehmen.
Für eine Unterkunft am See muss ich dann doch hin und nach Chilumba fahren. Nach 170 km Erreiche ich Thunduzi Beach and Campsite. Hier gibt es ein paar nagelneue Betonhütten, von denen ich eine buche. Direkt am Strand des MalawiSees. Ein Traum. Bier gibt es auch. Nur als die Sonne untergeht, melden sich die Mücken. Man soll hier schwimmen können, aber die Angst vor Bilhaziose hält mich zurück.





Sonntag, 21. Dezember 2025: Chilumba- Chiweta Hills (1120 m) - Mzokoto (81 km)

Nach dem Rekord Tag gestern lasse ich es heute Morgen langsam angehen. Es regnet auch ein bisschen. Tatsächlich steht Punkt 7:00 Uhr das Frühstück vor dem Fenster. Mit Blick auf den See. Anschließend darf ich mich noch ins Gästebuch eintragen.
Der Rest des Tages ist trocken. Ich könnte hinauf auf das Plateau von Livingstonia. Eine berühmte Medizin Missionsstation. Aber die Qualität des Weges ist mir
Rauf, muss ich auch so. Die M1 zweigt vom Seeufer ab. Auf 11 km geht es 600 m in die Höhe. In der Mittagshitze. Ich brauche 3 Stunden. Immer wieder mache ich lange Pausen. ich zerfließe in der Hitze. Während ich trinke, verliere ich gefühlt gleichzeitig mehr Flüssigkeit, als ich zu mir nehme. Die Strecke war mal asphaltiert. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Aber mit Unterstützung der EU so ist auf einem Plakat zu lesen, soll es jetzt einen neuen Anlauf geben. Unterhaltsam sind die Schimpansen am Straßenrand. An einer Stelle gibt es aus einem Taxi heraus gezielte Bananenfütterung.






Hinter der Passhöhe geht es runter. Es wird zu heiß für die Felgen. Also schiebe ich auch Berg ab. Dann bin ich in einem Hochtal. Dem Fluss folgend geht es nunmehr gemächlich aufwärts.
Hier und da wird nun an der Verbreiterung und neu Asphaltierung der Straße gearbeitet. Ausgerechnet an einem Nadelöhr haben sich mehrere LKW quer gestellt. Nichts geht mehr. Außer mit dem Fahrrad.
Bei I Overländer habe ich keine Notiz gefunden zu einem sehr einfachen Hotel. Das Zimmer soll einen halben Dollar kosten. Ich verpasse es. Frage Passanten nach Alternativen. Alick lebt in Südafrika und ist zu Gast bei seinen Eltern. Ich fahre ihm mit dem Fahrrad hinterher. Die Eltern sind 70 und 65. Und rundherum jede Menge Nachwuchs. Ich werde sehr nett aufgenommen und bekomme sogar ein eigenes Bett.





Montag, 22. Dezember 2025: Mzokoto - Mzuzu (87 km)

Ich schlafe – in wessen Bett auch immer – jedenfalls hervorragend. Sogar mein Moskitonetz kann ich locker anbringen, überm Fenster. Um 6:00 Uhr klingelt vereinbarungsgemäß mein Wecker. Und nicht lange. Danach bin ich unterwegs. Frühstück ist hier anscheinend kein Thema. Alick hat mir erklärt, jedes der vielen Kinder esse halt immer dann eine Mango. Wenn es Hunger hat und hole sie sich dann vom Baum.
Alick bringt heute seinen Vater zur Klinik nach Mzuzu, genau meine Richtung. Er soll einen Zahn gezogen bekommen. Kostenpunkt: zehn Euro. Wider Erwarten bemerke ich nicht, dass sie mich überholen.




Schon nach wenigen Metern ist die neue Strecke asphaltiert. Rückenwind habe ich auch noch. Und der erwartete Anstieg kommt erst kurz vor Mzuzu.
Schon um zehn, nach 60 km, kehre ich ein. Reis und Bohnen sind schon halbwegs gar. Aber irgendwie bin ich nicht ganz fit heute.
Dank der längeren Pause habe ich im Reiseführer noch eine schottische Kirche von 1831 am Wegesrand entdeckt. Durch Nachfragen kann ich einen Schlenker in Ekwendeni machen. Durch eine Lücke in der Verglasung kann ich von außen hineinschauen: klassisches 19. Jahrhundert Kirchbau in Europa.
Ein paar Meter weiter meine zweite Rad Begegnung auf der Tour. Ein älteres Paar ist sechs Wochen in Malawi unterwegs. Sie haben noch ein paar gute Tipps, aber mit mir geht es nicht so richtig gut heute. So schleppe ich mich die letzten Meter rauf nach Mzuzu. Eine richtig große Stadt mit massig Verkehr. Ich gehe noch kurz in einen Supermarkt, der erste der Tour. Noch eine lange Pause. Und obwohl es eigentlich jetzt primär runter zum Malawi See geht, kehre ich am Ortsausgang in eine Lodge. Lange Mittagsruhe und ich fühle mich wieder fit.






Dienstag, 23. Dezember 2025: Mzuzu - Chintheche - Kamphambale - Ngala ( 153 km)

Es gibt Reibekuchen zum Frühstück, weil irgendjemand meinem Gastgeber Tim erzählt hat. Deutsche würden das frühstücken. So wie gestern Abend das Abendessen mit viel Liebe gemacht. Ich habe auch Zeit, denn es regnet. Um 9:00 Uhr lässt er nach und ich bin wieder voll fit.
Schon nach wenigen Metern begrüßt mich das Motto des Tages am Straßenrand: „Breaking News: Jesus is Coming Soon.“ wann passt das besser als am 23. Dezember?
Durch eine wunderbare Berglandschaft geht es wieder hinunter zum See. Deutlich schneller als jemals zuvor auf der Tour Immer wieder mit über 60 km/h, in der Spitze 68 km/h, d.h.: nicht nur entsprechendes Gefälle und sehr glatte Asphalt sind Voraussetzung, sondern auch Reifendruck und vor allem die Geradlinigkeit der Räder d.h. die Speichen müssen relativ perfekt sitzen..






Am See selbst ist es am Anfang noch ein bisschen hügelig. Es geht durch Kautschukplantagen. Jungs bieten am Straßenrand selbst gemachte Gummibälle an.In der Mittagszeit haben sich die Wolken verzogen und es wird richtig heiß. Ich bin froh über eine nette Pause in einem Restaurant in Chintheche. Anders als gewohnt darf ich nicht in der Küche mir aus den Töpfen was aussuchen. Zwei unterschiedliche Fischsorten und Chicken werden mir zur Auswahl auf einem Teller gezeigt.
Mit Lucy komme ich ins Gespräch, als ich sie bitte, ein Video von meinem radeln zu machen. Mit Aida und Rose, als ich mich noch einmal eincremen, mit Sonnenschutz. Lange komme ich nun gut voran und kann die kürzeren Strecken der letzten beiden Tage gutmachen. Doch dann ballen sich wieder die Wolken an den Bergen und es regnet ein bisschen, stelle ich mich unter, aber 1 Stunde muss ich dann doch nicht noch durch den Regen.
Die Ngala Beach Lodge ist eine verheißungsvolle Adresse laut Google Maps. Auch die Schilder vor Ort. Die letzten Meter zum Strand sind allerdings Rumpeliger Schlamm. So richtig auf ist hier nicht aber ein Radler aus Südafrika, Paul, hat schon ein provisorisches Quartier bekommen in einer leer stehenden Baracken. Er hat sein Zelt im Trockenen aufgebaut. Ich kann meinen Schlafsack auf einer Matratze ausrollen. Sie fanden keine Herberge. Aber irgendwie hatten wir doch wahnsinnig Glück.






Mittwoch, Heiligabend, 24. Dezember 2025: Ngala - Nkhotakota - Benga (131 km)

Paul startet wie geplant kurz nach sechs, ich 1 Stunde später. Schade, dass ausgerechnet über Weihnachten hier die Regenzeit Grundsanierung stattfindet. Es ist ein traumhafter Platz am See.
Heute Morgen ist es trocken. Doch den Wind habe ich wieder im Rücken. Trotzdem geht es nicht so gut voran wie gestern. Die Straße ist schlecht oder ganz schlecht. Das wird dann eher gearbeitet, aber d.h. dass auf manchen Passagen der Asphalt komplett abgetragen ist.





Salima wäre das ideale Ziel, aber das liegt einfach zu weit. Davor ist eine große Lücke ohne Quartier. Ich setze auf Risiko und steuere die katholische Kirche von Benga an. Ein Volltreffer. Eine moderne Kirche, eine Riesenanlage, ein junger, dynamischer Pfarrer, viele mitarbeitende, und einige Unterkünfte. Überall wird der Heiligabend vorbereitet. Ich bekomme eine Hütte in ZeltForm als Unterkunft. Grandios.
Beim Gottesdienst tauchen noch drei junge deutsche Weltwärts-Volontär:innen auf. Einer arbeitet hier mit, die anderen sind zu Gast. Im Weihnachtsgottesdienst werden viele Mädchen und Jungen getauft und gehen zur ersten Kommunion. Wie sich später herausstellt, Kinder von unverheirateten Paaren, denen die Baby Taufe verweigert wird.
Nach gut 3 Stunden Gottesdienst, beginnt die Party der Gemeinschaft. Eine von Spanien gegründete Gemeinschaft mit Sitz Kenia. Ordensschwestern aus Sri Lanka gehören auch dazu und viele Gäste aus Afrika. Ein tolles Fest essen und danach noch Programm, dass in afrikanischen Tänzen mündet.






Donnerstag, Erster Weihnachtstag, 25. Dezember 2025: Benga - Salima - Mua Mission (118 km)

Heute Morgen mal wieder Regen. Nach dem Weihnachtsfrühstück mit den restlichen mit gegebenenWeihnachtsplätzchen, werde ich später noch eingeladen zu dem einfachen Frühstück der angehenden Theologie Studenten. Sie wohnen nämlich in den Zelten. Dann müssen Sie zur Morgenmesse und der Regen hat nachgelassen.
Nach ein paar Kilometern mühseliger schlammiger Rumpelpiste plötzlich feinster Asphalt. Unerklärlicher Weise endet der dann irgendwann. Wieder Schlammpiste. Mit Wellblech.
Mittagspause in Salima. die Stadt bietet einige Restaurants, vor allem aber jede Menge Lodges. Obwohl die schönen Lodges in einiger Entfernung am Meer liegen. Dafür habe ich leider keine Zeit.




Jetzt geht’s ganz munter auf der M5 voran. Recht roher Asphalt. aber wenig Verkehr, Rückenwind und so gut wie keine Höhenmeter heute.
Den nachmittäglichen Schauer kann ich in einer kleinen Verkaufsbude sitzen. Abwarten. Danach mal wieder Fahrt in leichtem Regen.
Bei der Mua Mission will ich Station machen. Ursprünglich eine Gründung der weißen Väter, bald mit Leprastation. Später weiter entwickelt zu einem malawisch, künstlerischen Ensemble.
Für Museum und Ausstellung ist keine Zeit mehr heute Nachmittag. Der Museum Schef persönlich, ein Norweger, vermittelt mir ein Zimmer in einer der beiden dazugehörigen Edel-Lodges.








Freitag, Zweiter Weihnachtstag, 26. Dezember 2025: Mua Mission - Chingeni (91 km)

Allein der Spaziergang von meiner Luxus Lodge zur Früh Messe über die Wege am Rande der Missionsstation ist ein Traum. Um 6:00 Uhr haben sich etwa 20 Menschen in der großen Kirche versammelt. Zwei weiße Väter, einer schwarz einer weiß, Konzil Nieren. Eher ein normaler WerktagsGottesdienst als ein zweiter Weihnachtstag. Schöne ruhige Atmosphäre. Krönung: als SchlussLied das Erste Weihnachtslied: Gloooooria! Ganz sanft von 20 Stimmen auf Chichewa, wie der ganze Gottesdienst.
Wahnsinn: einfach mal ein kleines Frühstück. Mit Nescafé. Zwei Scheiben Toast, ein Mini Omelette. Danach Besuch im Museum. Ich bekomme eine Führung. Viel interessantes über die beiden Stämme der Ngoni ??? Und Chewa. Außen am Museum: Fresken über die Geschichte, Malawis, bis zurück in die Vorgeschichte.
Ich bin noch keine 10 km gerade untertrübe im Himmel als mir Manon und Lucas entgegen kommen. Das französische Paar ist dabei, einmal rund um Afrika zu fahren, und sozusagen auf dem Rückweg vom Kapstadt.







Als ich wieder in die Pedale trete, ist die Luft raus. Erster Platten nach mehr als 2000 km. Es bildet sich eine Traube von Kindern und Jugendlichen um meine Reparaturversuche herum. Ein winziger Becher wird organisiert, damit ich das Loch finde. Wie schon im letzten Jahr in Westafrika ist es auch diesmal ein kleiner Draht. Als alles fertig ist, spendiere ich eine Packung Plätzchen, die ich schon seit 2000 km durch die Gegend fahre.
Der Rest ist Dauerregen. Mal leicht mal etwas weniger leicht. Es regnet sich einfach ein. Und auch wenn Autofahrer die Strecke als flach empfinden, sie steigt immer leicht an.
Pause bei einer Chips Frittiererin. Ich warte ein bisschen den heftigeren Regen ab. Aber irgendwann muss ich einfach weiter. Zuletzt wird es sogar wieder ein bisschen hügelig. Es geht aus dem Tal des Malawissees heraus.
An der Kreuzung von Chingeni könnte ich noch abseits meiner Strecke neun km bis Balaka radeln. Aber das Gateway -Restaurant hat aufgerüstet mit einer Executive Lodge über die ich überglücklich bin. Raus aus dem Regen.





Samstag, 27. Dezember 2025: Chingeni - Zalewa - Mwanza (113 km)

Es gibt tatsächlich um 6:00 Uhr Frühstück in dem Restaurant, das zur Lodge gehört. Und Sonne. Sie scheint über der nun wieder bergiger werdenden Strecke. Weiter begleitet von Baobab Bäumen. Im Gegensatz zum Senegal sind Sie hier begrünt und umgeben von vielen weiteren Grünen, Bäumen und Pflanzen.
Bis Zalewa ist relativ viel Verkehr. Es ist die Verbindung zur zweitgrößten Stadt von Malawi,Blantyre. Am Ortsrand von Zalewa trennt sich der Verkehr. Halbzeit heute für mich. Wenige Meter vorher ereilt mich doch auf offener Strecke ein kräftiger Schauer. Diesmal bekomme ich mal wieder das volle Wasser ab, vor allem die Schuhe.
Vor meinem Mittags Restaurant verkaufen Frauen, Mangos. Sobald ich zu erkennen gebe, dass ich an einem Kauf interessiert bin, stürzen zehn Frauen etwa mit jeweils zehn Mangos auf einer Schale auf mich zu.. meine Entscheidung wird erleichtert dadurch, dass nur eine Frau relativ weiche Mangos hat. Haben den gleichen Preis. Ich zahle und erwerbe damit überraschend alle zehn Mangos. Das kann ich noch mal rückgängig machen. Die eine Mango, die ich auswählen, schmeckt vorzüglich als Vorspeise.




Der Regen hört sich nun vorerst wirklich in ziemlich engen Grenzen. Die Strecke ist viel leerer, es geht nun immer ein bisschen auf und ab. Megastau an einer Baustelle. Im Schlamm der provisorischen Ersatzstrecke Hat sich ein LKW fest gerutscht. Um möglichst schnell weiterzukommen, muss ich selber durch den Schlamm rund um LKW und Abschlepp Raupe.
Ich bin schon fast am Hotel als mich im Zielort Mwanza der Nachmittags Regenzeit Schauer lahmlegt. eigentlich könnte ich jetzt noch gut über die nahe gelegene Grenze nach mosambik rüber. Nur gibt es auf der anderen Seite der Grenze offenbar keine vernünftigen Unterkünfte.





Sonntag, 28. Dezember 2025: Mwanza - Grenze Malawi/Mosambik - Zobue - Tete (134 km)

Freiwillig hat man mir gegenüber behauptet ab sechs Uhr gebe es Frühstück. Um 6:45 Uhr kommt schließlich als letztes der wenigen Elemente ein kleines Töpfchen Marmelade. Aber meine Wäsche, die ich erstmals einem Hotel anvertraut habe auf der Tour, ist recht sauber geworden. Vor allem stinkt sie nicht mehr. Natürlich ist sie nicht trocken, dafür ist einfach die Luft Luftfeuchtigkeit zu hoch. Mein tägliches Problem.
Nach 3 km kommt die Ausreise aus Malawi. Für die Einreise in Mosambik braucht man angeblich mosambikanische Geld. Irgendwo meine ich gelesen zu haben, man solle bereits hier tauschen, was in einem Kurs Fiasko endet.
Bis zur eigentlichen Grenze geht’s jetzt noch 5 km bergauf mit 150 Höhenmetern. Auf der Grenze selbst wird der Pass symbolisch kontrolliert von Mosambik. Die eigentliche Einreise ist 1 km weiter.
Für die Einreise nach Mosambik braucht man eine Hotelbuchung. So wie jeder habe ich also pro forma eine Übernachtung in Tüte gebucht und sofort wieder storniert.Sie wollen eigentlich einen Ausdruck meiner Hotelbuchung. Habe ich aber nur elektronisch. Wurde dann abfotografiert. Dann dauert es ewig, während schwarze Reisende ihre Einreisestempel serienweise erhalten. Ich bekomme Angst, dass die stornierte Hotelbuchung überprüft wird, durch einen Anruf diktiert, sehr lange sinniert er über das Foto von meiner Hotelbuchung. Dann scheucht er mich raus zu meinem Fahrrad. Ich warte wieder ziemlich lange. Neben mir der Grenzer bekommt das ein oder andere bakhschisch für den kleinen Dienstweg.
Dann werde ich wieder rein gerufen, bekomme jetzt eine Extra Sitzung mit einer jungen Dame. Das stimmt mich optimistisch. Noch optimistischer, als ich endlich um zehn Dollar gebeten werde. Dann endlich bin ich wieder vorne in der regulären Schlange, auch dort wird noch einmal mein Pass gescannt und ein Foto von mir gemacht, während draußen der Booking COM Prüfer auf mein Fahrrad aufpasst. Unnötigerweise wahrscheinlich. Das ist dekoriert mit der trocknenden Wäsche aus der Handwäscherei des Hotels. Und wurde vom Grenzer auch offiziell fotografiert.






Endlich der Stempel. So spannend ist es lange nicht mehr gewesen an einer Grenze.
Die Grenze ist mit 900 m auf dem höchsten Punkt des Tages. Täte, das Tagesziel liegt auf 150 m am Sambesi. Trotzdem geht es munter auf und ab. Mal wieder mehr Höhenmeter als von Google Maps versprochen.
. Obwohl Mosambik einst portugiesische Kolonie war gilt auch hier Linksverkehr. Es ist zwar nicht viel Verkehr, aber es sind vor allem viele, lange LKW und mehr oder weniger luxuriös aussehende Reisebusse, die eigenartige Weise meistens einen großen Anhänger haben. Zum Teil haben sie südafrikanische Kennzeichen. Für meinen Geschmack fahren viele, auch etwas knapp an mir vorbei.
Erst gegen Ende läuft es locker. Und dann die große Brücke über den Sambesi. nach Nil, Kongo und Niger viertlängster Fluss in AfrikaWirklich riesig. Aber vor allem ist Tete für mich nun aus einer anderen Welt. Große Geschäfte, Malls, wenn auch am Sonntag geschlossen, Cafés, Bürgersteige , KonsumSchock. Eine völlig andere Welt. Aus der ich drei Wochen lang weg war.









Montag, 29. Dezember 2025: Tete - Grenze Mosambik/Simbabwe - Nyamapanda (146 km)

Shak‘s Café ist das schickste von allen. Laut Google Maps ist es ab 6:00 Uhr geöffnet. Stimmt aber nicht. Um die Ecke das Café Zambezi hat schon auf aber es dauert fast bis sieben, bis ich das Frühstück habe. Der erste Cappuccino der Tour. Und zum Abschluss sogar Matcha Tee. Unglaublich. Ich bin der einzige Gast und das Team in der offenen Küche stimmt sich mit Liedern in den Tag ein.
Ich hatte also Zeit genug nach den Sehenswürdigkeiten von Tete zu recherchieren. Hier und da heißt von alten portugiesischen Gebäuden die Rede, aber das ganze Netz kennt kein Foto und Google Maps keine Location. Außer das alte Fort unterhalb der Hängebrücke. Macht auch nicht viel her.
Naturgemäß geht es heute vom Sambesi, auf 150 m, im wesentlichen bergauf. Der Grenzübergang nach Simbabwe liegt auf über 600. Metern. Endlich mal wieder richtig Sonne. Aber so wird es auch der bisher heißeste Tag der Tour. Bis auf 40° steigt das Thermometer im Fahrtwind am Lenker. Rund 6 l, trinke ich heute.
Anfangs überholen mich noch einige Kohlelaster. Später wird der Verkehr weniger. Viele strohgedeckte Rund Hütten sind zu sehen. An vielen Orten wird Holzkohle angeboten. Und wieder viele Bao Bap Bäume. Die Landschaft wird schöner und schöner.





Nach 95 km kommt der einzige größere Ort. Ich nutze ihn für ein gutes Essen. Hier gibt es auch Unterkünfte. Aber wenn ich Silvester in Harare sein will, muss ich noch ein bisschen weiter trampeln. Jetzt wird es auch ein bisschen kühler und die letzten Kilometer von Mosambik sind halbwegs leicht zu bewältigen.
Die Ausreise aus Mosambik ist im Vergleich zur Einreise easy und in wenigen Minuten absolviert. Auf Seite von Simbabwe kommt erst das beliebte Fieber messen (wegen Mpox). Das Visum bekommt man für 30 $ an der Grenze.
Der Grenzer verweist mich auf ein Tablet, das relativ locker an der Wand hängt. Ich beginne mit dem Ausfüllen. Irgendwo irgendwann komme ich auf eine falsche Taste und alle Daten sind weg jetzt spüre ich auch die 145 km in den Knochen und die ganze Hitze. Weil ich weit und breite einzige bin, der zu spät Stunde noch ein Visum haben möchte, hilft mir der Grenzbeamter beim Ausfüllen. Das Tablet will alles wissen, was Beamten so einfällt. Insbesondere ein Scan des Passes würde einen Großteil der Rubriken automatisch befüllen.
Der zweite Versuch gelingt, ich bin in Simbabwe von i Overländer, weiß ich von einer Unterkunft im ersten Supermarkt links. Tatsächlich. Geht man hindurch, landet man in einer sehr einfachen Gruppe Von kleinen Zimmern. Immerhin passt das Fahrrad rein. Wie sich herausstellt, ist der amerikanische Dollar das einzige Zahlungsmittel in Simbabwe. Schwuppdiwupp habe ich so auch eine Simkarte.






Dienstag, 30. Dezember 2025: Nyamapanda - Mutoko - Murehwa (146 km)

Heute ein ähnlicher Gewaltakt wie gestern, alles, damit ich an Silvester locker nach Harare komme. Wieder 146 km, ohne Grenzübergang, aber dafür mit mehr Höhenmetern. Die Anstiege sind flach, aber dadurch häufiger und länger. Die Hauptstadt von Simbabwe liegt auf 1500 m.




Bald komme ich in eine Felslandschaft. Riesige Ungetüme zeichnen sich am Horizont ab, aber auch ringsum sind Felsen, keine Mangelware. Alles rund gewaschen wie von einer Eiszeit.





Mittwoch, Sylvester, 31. Dezember 2025: Murewa - Harare (93 km)

Dank der Vorarbeit der letzten beiden Tage ist es heute trotz 800 Höhenmetern nur ein kleiner Ausflug in die Hauptstadt von Simbabwe: Harare. Die Eastern. Highlands glänzen noch einmal mit vielfachen Felskombinationen.
Dann gibt es plötzlich große Felder mit Maisanbau und anderem Gemüse. Sie reichen fast bis zum Horizont. Auch noch nicht gesehen auf dieser Tour. Möglicherweise koloniales Erbe.
20 km vor der Stadt wird die Fahrbahn ein bisschen breiter und damit mein Sicherheitsabstand ein bisschen größer. Die ersten Villen tauchen auf. Riesige Anlagen mit großen Parkwäldern drumherum.




Am Stadtrand, dann die ersten Malls. Ein richtiger Kentucky Fried Chicken. Unglaublich.
Mitten im Zentrum habe ich ein Hotel gebucht. Ich bin so froh, dass ich sogar warten muss mit dem Beziehen des Zimmers. Das war mein Plan: Silvester in Harare sein. Es hat geklappt die ersten 2795 km der Tour, ungefähr die Strecke Paris Moskau, liegen hinter mir. Und ein ganzes Touren Jahr mit 10.000 km, angefangen an Neujahr in Liberia. Was für ein Jahr.








Teil 2: Januar 2026
Simbabwe, Botswana, Südafrika, Eswatini, Lesotho


Route Kigali - Durban



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Kigali - Durban (6.12.2025-24.1.2026)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als zum Download als Excel-Tabelle Excel-Logo

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 6.12.2025
2. 7.12.2025
3. 8.12.2025
4. 9.12.2025
5. 10.12.2025
6. 11.12.2025
7. 12.12.2025
8. 13.12.2025
9. 14.12.2025
10. 15.12.2025
11. 16.12.2025
12. 17.12.2025
13. 18.12.2025
14. 19.12.2025
15. 20.12.2025
16. 21.12.2025
17. 22.12.2025
18. 23.12.2025
19. 24.12.2025
20. 25.12.2025
21. 26.12.2025
22. 27.12.2025
23. 28.12.2025
24. 29.12.2025
25. 30.12.2025
26. 31.12.2025
27. 1.1.2026
28. 2.1.2026
29. 3.1.2026
30. 4.1.2026
31. 5.1.2026
32. 6.1.2026
33. 7.1.2026
34. 8.1.2026
35. 9.1.2026
36. 10.1.2026
37. 11.1.2026
38. 12.1.2026
39. 13.1.2026
40. 14.1.2026
41. 15.1.2026
42. 16.1.2026
43. 17.1.2026
44. 18.1.2026
45. 19.1.2026
46. 20.1.2026
47. 21.1.2026
48. 22.1.2026
49. 23.1.2026
50. 24.1.2026
Summe sss



Anschluss Tour 97: Kigali - Nairobi (1136 km) Feb. 2019


Nächste Tour: Que Sera!

Vorherige Tour: Südkorea & Japan: Incheon - Fukuoka (1070 km) Sept./Okt. 2025


Home: Touren Weißer vertikaler Strich Bikes Weißer vertikaler Strich Facebook-Logo Weißer vertikaler Strich YouTube-Logo Weißer vertikaler Strich Instagram-Logo Weißer vertikaler Strich Karte Weißer vertikaler Strich Suche & Kontakt

Tourbild
Negev 2017
Chris Tourbild
Kuba 2018
on the Tourbild
Uganda 2019
Bike Tourbild
SArabia 2020
© Copyright 2000-2026 Christoph Gocke. Alle Rechte vorbehalten.