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VG WORTTour 137: Kigali - Durban (ca. 5.000 km)




Teil 2: Januar 2026
Simbabwe, Botswana, Südafrika, Eswatini, Lesotho


Teil 1: Dezember 2025
Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik



Donnerstag, Neujahr, 1. Januar 2026: Harare

Schlafend gut ins neue Jahr gekommen. Der Neujahrsgottesdienst in der katholischen Kathedrale von Harare ist für 7:00 Uhr angekündigt. Eine knappe halbe Stunde später geht es los. Mit Weihrauch. Hochfest der Gottesmutter Maria. 20 Minuten Predigt. Ein Erlebnis. Nach den Gottesdiensten ins Swahili und Chichewa ist hier alles in Englisch. Und sehr unterhaltsam.





Heute Pause. General Inventur. Wäsche. Auch anstrengend. Der Geldautomat hat mich mit 100 $ Scheinen beglückt. Die muss ich irgendwie klein kriegen, zum Beispiel bei Hungry Lion. Ich mache nur einen kleinen Spaziergang in der Nachbarschaft. Zu einem Ausflug etwas weiter kann ich mich nicht aufraffen. Pausen Tag eben. Die nahe gelegene Nationalgalerie hat leider, wie manches Museum auf dieser Welt, am Neujahrstag geschlossen.






Freitag, 2. Januar 2026: Harare - Chegutu - Kadoma (141 km)

Der Start nach dem Pausentag geht leicht aus den Knochen. Es sind zwar auch diesmal über 140 km, aber alles andere als ein Gewaltakt. Denn es ist flach. Sehr flach. Sowas gab’s zuvor nur gelegentlich am Malawi See. Und ein bisschen Rückenwind gibt es auch noch.
Nach ein paar Kilometern erhebt sich links am Horizont, ein Kunstwerk nordkoreanischer Machart: der National Heroes Acre. Auch Robert Mugabe liegt dort begraben. Ich bin allerdings deutlich zu früh. Erst um 8:30 Uhr wird die Zufahrt von der Hauptstraße freigegeben. Genau dort entdecke ich das erste Radweg Schild. Obwohl ich eindeutig nur das Schild fotografiere, bittet mich die Military Police zu einem Interview. Der Militärpolizist möchte mir nicht seine ID zeigen, verweist auf seine Uniform, ich dagegen Verweise auf die irgendwann untergehende Sonne und radle meines Weges.
Auch die Snake World und der Lion Park sind noch geschlossen. Nach 50 km ist an der zweispurige Straße, die erste Toll Station, nach 60 km endet die zweispurigkeit. Es bleibt aber ein Randstreifen, was bei dem Nachmittäglichen Verkehr auch sehr hilfreich ist. Es wird ein recht monotones Fahren. Mittags steht die Sonne nun ziemlich genau über mir. Obwohl ich schon 3000 km vom Äquator nach Süden gefahren bin, stand die Sonne bisher stets noch weiter im Süden.





Kurze Pause im KFC von Chegutu. Während ich meinen Sundae Eisbecher mit Berrysauce bestelle, steht neben mir an der anderen Kasse. Eine junge, weiße Frau mit nagelneuen weißen Birkenstocksandalen. Einen weißen Menschen zu sehen, ist für mich inzwischen völlig bizarr. Mich selber sehe ich ja kaum, Spiegel gibt es wenige. Ihr Partner, der kurz darauf auftaucht, ist ein nagelneuen braunen Birkenstocksandalen zu erkennen. Die beiden leben in Harare. Die Sandalen waren ein Weihnachtsgeschenk.
In und um Kadoma gibt es einige Hotels und Lodge. Nur eines davon ist bei Booking COM gelistet. Das steuere ich mal an, zufällig ist es dieselbe Hotelkette, bei der ich auch in Harare zu Gast war. Hier aber ist es eine riesige schicke Anlage.
Die Dame an der Rezeption möchte 100 $ für ein Zimmer mit Frühstück haben, bei Booking, COM kostet es nur 32 $, allerdings ohne Frühstück. wir einigen uns darauf, dass ich bei Booking COM buche. Und schon habe ich eine wunderbare Villa für mich. Warum die Bewertung bei Booking COM nur 6,2 ist - rätselhaft.





Samstag, 3. Januar 2026: Kadoma - Kwekwe - Gweru (133 km)

Kurz nachdem der Wecker mich wie meist um 5:30 Uhr geweckt hat, beginnt eine Serie von Gewittern. Stundenlang. Mir geht’s gut in meiner kleinen Villa. Als ich gegen 10:30 Uhr, jenseits der Checkout Time, langsam los kann, denke ich noch an den Reifencheck. Der Seitenstreifen, auf dem ich gestern unterwegs war, war viel mehr mit allem möglichen gesät, als die übliche Fahrbahn. Siehe da: im Vorderrad steckt ein richtiger kleiner Draht. Zum Glück kann ich ihn problemlos mit dem Messer aus dem Mantel operieren. Das hätte mit größter Wahrscheinlichkeit einen Platten gegeben. Schon bei der Inventur vorgestern am Neujahr habe ich im Hinterreifen etwas bedrohliches raus operiert.
Es ist angenehm kühl nach dem Regen aber ich muss auch zügig fahren, um nicht in die Dunkelheit zu kommen. Erst das Rücklicht und ein paar 1000 km weiter des Vorderlicht haben aufgehört zu funktionieren.




Alles wie gestern, nur ein paar Höhenmeter mehr. Am Ende bin ich wieder auf der Höhe von Harare, rund 1500 m. Der Verkehr dann weiter regelmäßig an mir vorbei. Ich habe meine Randspur. Die ist nach den Fluten des Vormittags viel sauberer als gestern. Aber ich muss immer hellwach sein. Zweimal sage ich komplett von der Fahrbahn. „Abnormal“ sind die besonders breiten Transporter gelabelt, die reichen deutlich über die Fahrbahnbreite hinaus.
Bei der Unterkunft habe ich es diesmal mal mit Airbnb versucht. Nach 24 Stunden immer noch keine Rückmeldung vom potentiellen Vermieter. Also automatisch storniert. Steuere ich die erstbeste Lodge in historischen Gemäuern an.







Sonntag, 4. Januar 2026: Gweru - Bulawayo (169 km)

In Gweru gibt es noch jede Menge alte Häuser zu bestaunen: den Uhrturm, das alte Midland Hotel, der Stock, Exchange und das Rathaus. Vor den Toren der Stadt ist eine Schuhfabrik der Firma Bata. 10 % Rabatt gibt es im Factory Outlet. Aber heute ist Sonntag. Tatsächlich gibt es auch etwas weniger Verkehr. 120 km/h sind auf der Landstraße erlaubt. Von Harare bis zur Grenze fahre ich immer auf der R2???. Heute bis Kilometerstein 440.
Die Sonne scheint zunächst über der Savanne. Kaum noch Bäume zu sehen. Als die Bepflanzung wieder dichter wird ein völlig neues Bild: links und rechts der Straße, ein niemals endende Stacheldraht. Dahinter viele Kühe.
Dann gibt es ein paar Stunden Regen. Ich habe Glück: die ganz dunkelblauen Flächen mit den gelben Punkten für Blitze ziehen, nördlich und südlich an mir vorbei. Ich werde immerhin so nass, dass ich Portmonee, Reisepass und Handy in die Lenkertasche befördere. Die ist übrigens gebraucht in Reutlingen gekauft (danke fürs abholen, lieber Uri!). Es sieht aus wie das alte Modell aber der entscheidende Unterschied sind die magnetischen Druckknöpfe. So ist es ein leichtes die Tasche zu öffnen und alles wasserdicht unterzubringen.





Der Zielort Bulawayo wird in 20 km angekündigt. Ich mache ein Foto. Als ich weiter will: Platten. Hinten. Zum Glück regnet es nicht mehr. Hand gestoppte 45 Minuten und die Folgen, wiederum von einem Draht, sind behoben.
Oder nicht? Bald eiert das Hinterrad wieder. Ich pumpe noch einmal nach. Aber das hilft immer nur ein paar Kilometer. Es sind nach 15 km bis zum Stadtzentrum, als ich meinen Augen kaum traue: unter einer Art Bushaltestelle werden am Sonntagnachmittag Fahrräder repariert. Der Laden sei sogar 24/7 geöffnet. Sagen Sie mir stolz. Und stürzen auf mein Hinterrad. Sie finden zunächst im Mantel einen weiteren Draht. Aber der gehört zu dem Mantel, den ich vor der Tour neu gekauft hab, der nunmehr gut 3000 km gelaufen ist. Und das Stück Draht hat tatsächlich ein weiteres Loch im Schlauch hinterlassen. Anyway heißt der mit dem meisten Interesse für mein Equipment. Die einen kleben einen flicken von innen gegen den Mantel, die andern flicken den Schlauch. Zum Glück bestehe ich darauf, einen neuen Schlauch zu installieren. Das Waschbecken im Hotel verrät mir später: beide neuen flicken, waren gut geklebt, aber der letzte flicken hat. hat in der Mitte ein Loch. Auch noch nicht erlebt.
So ist es recht spät, als ich das wunderschöne alte historische Hotel im Stadtzentrum erreiche. Als ich noch zu einem kleinen Shopping ausbrechen, sagt mir der Mann an der Rezeption ungefragt, ich täte gut daran bis 19:45 Uhr wieder zurück im Hotel zu sein.






Montag, 5. Januar 2026: Bulawayo - Matobo National Park - Maleme Dam Camp (70 km)

Frühstück im wunderbaren, nach oben offenen Innenhof des gepflegten alten Hotels. Im Rad ist stabil. Aber hinten fehlen noch ein paar Bar. Die Rad Straßen Werkstatt gestern hatte nur Pumpen für Autoventile und Deutsche Ventile. Nicht für meine französischen.Deshalb steuere ich Anand Cycles an. Sie haben tatsächlich die richtige Pumpe. Aber bis ich im Laden bin, hat sich schon wieder ein Draht in den Hinterreifen festgesetzt. Ich finde ihn mehr zufällig von außen, die Luft entweicht immer wieder aus dem Rad. Aber ich finde trotz Hochdruck im Schlauch kein Loch. Zum Glück habe ich ja meinen inzwischen vierfach gepflegten Schlauch im Waschbecken des Hotels getestet. Nehme ich also den. Der hält. An der Kreuzung steht Ex-Befreiungskämpfer Joshua Nkomo als Denkmal.
Nach einem Telefonat mit meinem Bulawayo-erfahrenenFreund Christian gestern Abend und ein Lektüre habe ich mich entschieden in den Matobo (oder auch Matopo) Nationalpark zu radeln. Denn da gibt es keine Beschränkungen für Radler. Nur im Rhinozeros-Bereich nicht.





50 Kilometer Anfahrt. Die Ruhe des neben mir Dahinbretternden Verkehrs ist schon eine wunderbare Einstimmung. Der private Campingplatz, den ich an steuere am Rande des Parks, ist wunderbar aber niemand ist da. Eigentlich wollte ich hier mein Gepäck lassen und eine Tour durch den Park machen.
Bevor ich durch die Central Wilderness Area radle muss ich für zwei Tage Park und eine Nacht Camping 18 $ zahlen. Dann werde ich in der Zufahrt mit Uhrzeit registriert und schon bin ich auf der Piste.
Die windet sich wunderbar durch die Felsenmeer. Hier und da kreuzen Affen den Weg. Am Maleme Dam passieren mich in der Pause zwei offene Gruppen Safari Wagen. Das kennt ein paar Meter weiter ist schöner als gedacht, wenn auch Menschen leer. Oder gerade deshalb schön. Es gibt sogar Wasserstrom Toiletten duschen. Alles offen.





Dienstag, Epiphanie, 6. Januar 2026: Maleme Dam Camp - Matobo National Park - Figtree - Plumtree (122 km)

Wunderbarer Morgen nach wunderbarer Nacht auf meinem Zeltplatz. Irgendwann kommt die Sonne um die Ecke, so dass Schlafsack, Zelt und Unterlegplane schneller trocknen. Um 9:00 Uhr ist alles eingepackt. Vom Staudamm geht es hinauf zum Grab von Cecil Rhodes. Der Begründer Rhodesien hatte sich den höchsten Punkt hier als Grab ausgewählt und die Sicht world View getauft. Dem hier lebenden Stamm war schon länger ein heiliger Berg. Die Riesenkiesel auf dem höchsten Punkt des Plateaus vermitteln Beständigkeit. Aber was ist das für ein Blick! Man kann fast den ganzen Nationalpark überblicken, mit seinen unendlichen Felsen mehren, den vielen Wilderness Areas. Und ich bin der erste und vorerst einzige Besucher an diesem Morgen.
Zurück an dem nunmehr asphaltierten Rund Parkour ist eine große Ansammlung von souvenirständen. Typischerweise wird in Simbabwe nicht begrüßt mit Hello oder good morning, sondern es kommt immer sofort die Frage how are you? Thirsty. Do you have a Coca-Cola? No. Only Pepsi. Niemand verkauft hier oder niemand darf hier verkaufen, was zu trinken oder zu essen. aber er holt aus seinem kleinen Privat Rucksack 1/2 l Flasche Pepsi Cola. Macht ein Dollar. Er entschuldigt sich noch, dass sie in den Läden überall nur einen halben Dollar kosten. Ich bin so glücklich, denn mein TrinkWasservorrat geht deutlich zur Neige. Ich habe keine Ahnung, wann ich ihn aufstocken kann.





Kurz darauf der nächste Höhepunkt: eine der vielen Höhlen mit steinseitlichem Felsmalereien. Die White Rino Cave liegt recht nah an dem Rundweg. Wieder ein kleiner wunderbarer Spaziergang. Und dann ganz zarte Malereien von menschlichen Figuren und Tieren.
Dann verlasse ich den Park durch das Hauptgate. Google Maps zeigt mir eine Verbindungroute zur Hauptstraße. So muss ich nicht nach Bulawayo zurück. 13 km relativ sandige Piste. Ein einziges Auto begegnet mir. Während die Wasservorräte bis zum letzten Tropfen aufgebraucht sind. Noch 10 km auf der altbekannten R2, dann zische ich in Figtree zwei Liter weg. Und kaufe noch zwei Liter für den Rest der Etappe.





Mittwoch, 7. Januar 2026: Plumtree - Grenze Simbabwe/Botswana - Francistown -Tati Siding (109 km)

Das für 7:00 Uhr auf dem Zimmer angekündigte kleine Frühstück verzögert sich um mehr als eine halbe Stunde. Gut für mich, um vor dem Grenzübertritt noch mal runterzukommen.
Ruckzuck bin ich dann an der Grenze. Die Ausreise aus Simbabwe ist sensationell schnell. Einfach Stempel rein und fertig. Auf der Seite von Botswana, genau das Gegenteil. Eine schier endlose Warteschlange zieht sich um mehrere Gebäude herum bis zur Immigration. Ich komme mit einem Weißen aus Simbabwe ins Gespräch. Er erklärt die lange Schlange mit dem Ende der Weihnachtssommerferien in Südafrika. Ähnlich wäre es bei der Einreise von Botswana nach Südafrika für mich aussehen. Er will mit seiner Frau nur kurz über die Grenze, um nach seinem Bankkonto in Botswana und seiner Schwester zu sehen. 90 % der Weißen hätten seit seiner Jugend Rhodesien/Simbabwe verlassen. Nach dem Abtritt von Mugabe 2017 sei es noch schlechter geworden. Man müsse selber für Strom und für Trinkwasser sorgen. Aber es sei halt seine Heimat. Dann hat er einen Geistesblitz. Er meint, ich solle einfach mit meinem Fahrrad mich an die Spitze der Warteschlange bewegen und dort darauf hinweisen, ich müsse unbedingt wegen des begrenzten Tageslichtsbevorzugt abgefertigt werden. Die hätten besonders viel Mitleid mit alten Leuten. Großartig. Alleine hätte ich mir das nicht getraut. Es funktioniert. Ob aus Mitleid mit meinem Alter oder meiner Strecke: 2-3 Stunden Wartezeit bleiben mir erspart, wie sich aus dem Moment ergibt als der Ex Rhodesier mit seiner Frau mich überholt.
Zu guter letzt muss ich mit meinem Fahrrad noch durch ein angebliches Desinfektions Bad. Die dreckigste Brühe, durch die ich mein Fahrrad je geschoben hab.






Die Straße ist nun noch ein bisschen breiter, vor allem der Randstreifen. Daneben hat man die alte Straße belassen. belassen. Könnte man einen schönen Radweg draus machen.
Eine Polizistin, die mich in ihrem schwarzen Wagen überholt mit Pseudo Calvin. Klein Handtasche auf dem Beifahrersitz, weist mich an, auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Randstreifen dem Verkehr entgegen zu fahren. Das sei sicherer, weil ich so den Verkehr auf meiner Spur sehen würde. Da ist sicher was dran, aber es ist mühsam genug für mich auch nach 3000 km mich in Linksverkehr wohl zu fühlen. Jeden Morgen stelle ich mich neu darauf ein. Okay, ein paar Kilometer fahre ich auf der rechten Seite. Das Problem sind ja in kritischen Momenten die Reflexe, die man einfach von seiner gewohnten VerkehrsSeite drauf hat.
Bei einer Pause blicke ich zufällig auf die Fahrradkette und entdecke eine Unregelmäßigkeit. Mit meiner kleinen Zange gelingt es mir nicht, das zu regulieren. Aber in Francis Town finde ich einen Mechaniker. Eigentlich habe ich schon länger gespürt und gehört, dass da irgendetwas nicht stimmt mit der Kette, aber ich habe es einfach ignoriert. Das Englisch ist in Botswana offensichtlich deutlich schlechter als in Simbabwe.
FrancisTown verdankt seine Entstehung der Suche nach Gold. Das ist dokumentiert im winzigenHeimatmuseum, der nach übereinstimmen der Meinung meiner beiden Botswana, wenn überhaupt einzigen Sehenswürdigkeit der Stadt. Im zweiten Anlauf bekomme ich dann auch eine Führung. Beim ersten Mal fehlte mir botswanisches Geld. Weniger als ein Dollar. Als ich das Geld endlich habe, werde ich feierlich ins Besucher Buch eingetragen. Ich bin der erste seit Tagen.
Was den Konsum angeht, ist Francis town schon wieder Next Level. Wahnsinnige Malls. Und bei der Ausfahrt aus der Stadt dauern sich die Autos doppelspurig. So geht es quasi auch autobahnmäßig weiter Richtung Hauptstadt Gaborone.
Dann werde ich schon wieder angehalten. Zwei Freaks in Straßenwacht Kleidung fragen mich aus. Habe ich wieder etwas falsch gemacht? Ich fahre inzwischen wieder auf der linken Seite. Nein, sie wollten sich einfach nur mit mir unterhalten. So viele Leute jetzt ins Simbabwe und Botsuana, die ständig wissen wollen, woher ich komme, wohin ich fahre, wie lange ich gebraucht habe, wie lange ich brauchen werde. Wie anders dagegen die Begeisterung der Kinder in Ruanda, Burundi, Tansania, Malawi: einfach ein Weißer. Egal woher wohin.





Donnerstag, 8. Januar 2026: Tati Siding - Serule - Palapye (153 km)

Rund 150 km Contre la Montre. Jede Etappe ist ja im Grunde ein Einzelzeitfahren. Auch wenn es eine einfache Strecke ist (die Höhenmeter sind sogar mit den Berechnungen von Google Maps identisch): selbst beim heutigen Rekord von 21 Stundenkilometern bedeutet das fast siebeneinhalb Stunden reines Strampeln.
Auf halber Strecke bei Serule ist bei einer Tankstelle das einzige ‚Restaurant‘. Das Essen ist immer noch erstaunlich billig: zwei Dollar.
Bei rund 90 Kilometern meldet sich die Kette: die Reparatur von gestern ist Geschichte. Auf der Außenseite ist ein Kettenglied wieder draußen. Ich radle inzwischen auf der alten Straße. Die ist weniger verdreckt und seltener unterbrochen als gedacht.




Bei km 138 reißt die Kette an der Stelle. Kette und Zahnkränze hatte ich austauschen lassen vor Reise, genau wie die Bremsen erneuern und die Räder zentrieren lassen. Alles ohne wahnsinnig nachhaltige Wirkung.
Eine schlappe Stunde brauche ich um das Kettenglied wieder einzurenken. Das recht schwere aber effektive Kettengliedgerät hab ich zu Hause gelassen, nachdem jahrelang kein einziges Kettenglied zu richten war. Jetzt aber klingt es so, als sei das Kettenglied richtig reingerutscht. Hoffnung. Obwohl die halbwegs neue Kette hängt wie die Gärten Semiramis. Und von daher sowieso erneuert werden sollte.





Freitag, 9. Januar 2026: Palapye - Martin‘s Drift - Grenze Botswana/Südafrika - Groblersbrug - Marnitz (151 km)

Heute ist es noch flacher als gestern. Nach ein paar Kilometern komme ich endlich von der A1 runter auf die wunderschöne ruhige Nebenstrecke zur Grenze. Absolut flach. Aber: zum ersten Mal längere Zeit Gegenwind. Gewöhnungssache.
10 km vor der Grenze der einzige Mini Supermarkt an der Strecke. Mit und Not kann ich die letzten umgerechnet zehn Euro ausgeben. Meinen Liter Vanillepudding teile ich noch mit Edwin. Er arbeitet hier in der Nähe an einer LKW Die Grenzanfertigung ist die schnellste von allen. Ausreise aus Botsuana, Einreise in Südafrika: Alles in wenigen Minuten.





Ohne südafrikanisches Geld – mein Portmonee ist also Rand leer – und ohne südafrikanische Simkarte radle ich über die einsame N elf.
Auf beiden Seiten ziehen sich die Zäune der Kilometer langen Ländereien hin. Das auf Booking COM entdeckte Quartier ist wie alles durch Zaun und Elektro zaun gesichert. Leider antwortet niemand auf das Klingeln. Zufällig hält grad jemand schräg gegenüber, ich bitte ihn, die angegebenen Telefonnummern anzurufen. Ergebnis nur Anrufbeantworter.
Radle ich also noch 10 km weiter. Ein Restaurant am Wegesrand bietet: Quiche mit Spinat, Pommes und Salat. Mein erstes konventionelles Essen seit Wochen. Und nebenan haben Sie noch ein nettes Gästehaus.





Samstag, 10. Januar 2026: Marnitz - Mokopane (157 km)

Das Wichtigste am Morgen: Vorbereitung auf den Gegenwind. Wenn man zuletzt 21 km/h gefahren ist und jetzt runter gedrückt wird durch den Wind dann ist das nicht ganz leicht dazu eine positive Einstellung zu finden. Also sag ich mir: 15 km/h wären großartig. Keine Gewalt. Keine Gewalt. Keine Gewalt. Nicht gegen die Verhältnisse stemmen, wenn man sie nicht ändern kann. Akzeptieren.
Der Gegenwind ist stabil. Ich bin es auch. Tatsächlich radle ich so mit 16 km/h durchs Land. Es könnte noch schlimmer sein. Mittags bin ich ein bisschen schneller, dafür wird es kurz vor Ende mit einigen Höhenmetern sehr sehr langsam.
Drei Tage bin ich hintereinander über 150 km gefahren aber am ersten Tag saß ich dafür keine siebeneinhalb Stunden im Sattel. Heute sind es fast zehn.





Genervt bin ich von der Straße. Nur auf 23 km gibt es einen Randstreifen. Und die Autos nehmen wenig Rücksicht. Weder die haarscharf überholenden, noch die überhole aus dem Gegenverkehr.
Kurz vor Sonnenuntergang komme ich an. Ein Regenbogen steht über dem Ort. Ich bin außer ein paar Tropfen vom Regen verschont geblieben.
Auffallend weiterhin die vielen Gitter und Sicherungen. Auch die Hühnchen bei KFC werden hinter Gittern präpariert.






Sonntag, 11. Januar 2026: Mokopane - Roedtan - Marble Hall - Groblersdal (132 km)

Der Sonntagsgottesdienst in der kleinen katholischen Sankt Peter und Paul Kirche gegenüber von meinem Quartier ist um 8:00 Uhr. Das ist mir etwas zu spät für meinen Zeitplan.
Aber pünktlich um zehn bin ich in Roedtan mit vager Hoffnung auf einen Gottesdienst Beginn. In der reinrassig Weiss besetzten Dutch Reformkerk bekomme ich aber gerade noch den Abschluss sägen mit. Der Vorbeter ist der Meinung, damit hätte ich doch das wichtigste abbekommen. Die Kirchenbänke sind nur schwach besetzt, immerhin gibt es ein paar jüngere Mädchen. Alles wirkt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Ich werde noch zum Kirchen Kaffee eingeladen, aber irgendwie hat ihn keiner gekocht heute.





In den kleinen Orten mit wenigen Einwohnern ballen sich die kommerziellen Angebote. So auch in Marble Hall. Verschied Verschiedene große Einkaufszentren, viele Schnellrestaurants. Gut für meine Pausengestaltung. Denn auch am Sonntag ist viel Betrieb hier.
Kurz hinter dem Ort kann ich endlich von der N 11 ab. Die glänzt auch heute nicht durch Randstreifen. Ein Kirchgänger hat mir die Nebenstrecke empfohlen, kann man, die wunderbar ruhig durch die Landschaft führt.
Beim Familia Guesthouse ist der Blitz in den Stacheldraht auf der Mauer eingeschlagen. Folge: Die Klingel geht nicht. Steht aber nicht dran. Nur mit Mühe kann ich mich bemerkbar machen. Aber als ich einmal drin bin, ist es ein Paradies. Die mit Abstand beste Unterkunft der Tour bisher. Zum Beispiel ein wunderbarer Swimmingpool.








Montag, 12. Januar 2026: Groblersdal - Stoffberg - eMakhazeni (109 km)

Traum Frühstück in Ruhe und unter Sonne im Familia Guesthouse. Nach einer guten Woche mit kaum Höhenmetern, geht es heute wieder richtig in die Berge. Von 900 m auf 1900 m.
lange bleibt der durchschnittliche Anstieg bei 1 %, also sehr flach. Nach gut der Hälfte der Tagesstrecke bietet sich kurz vor Stoff Berg an der einzigen Tankstelle weiter und breit eine gute Pausenmöglichkeit. Wieso oft merke ich jetzt erst die Ermüdung.
In Stoff Berg knickt die R 33, der ich den ganzen Tag folge ab. Der Name bleibt als ich vom Bundesstaat Limpopo zum Bundesstaat Mpumalanga wechsle. Der Asphalt wird allerdings schlechter und die Markierungen weniger.





Schon lange sind Wolken aufgezogen. Irgendwann regnet es und seit langer Zeit komme ich ganz kurz in einen ganz kräftigen Schauer. Anderseits in den ersten Ländern der Tour ist hier nichts zer Siebelt, sondern es gibt nur den Zaun links und rechts der Straße. Nichts zum unterstellen. Also alles klatschnass.
Dann windet sich die Straße in einer hügeligen Landschaft, die an Irland erinnert, schließlich doch mit 5, 6 % auf über 1900 m. Immer mal wieder fallen auch ein paar Tropfen. War das Label abnormal in den ersten Ländern der Tour wenige Male am Tag zu sehen an den LKW, so brauchst hier ein abnormaler LKW nach dem andern an mir vorbei. Abnormal ist das neue normal.
Das Tagesziel Belfast, seit 2009 eMakhazeni, aber es ist nicht mit diesem Namen beschildert, liegt nur knapp unter 1900 m. Das Thermometer am Fahrradcomputer ist erstmals auf 16° gesunken. Der Ort wurde offenbar 1890 gegründet, jetzt erinnern auch ein paar Gebäude an Irland. Im Zentrum dann wieder überraschend viele Supermärkte und Fastfood-Restaurants. Bei einem Chinesen kann ich noch ein Bier kaufen. Allerdings nur noch durch das Gitter an der Ladentür. Übliche Sicherheitsmaßnahme am Abend.





Dienstag, 13. Januar 2026: eMakhazeni - Carolina - Warburton - eMbangweni (124 km)

Ungewohnt kalte 15° beim Start am Morgen. Auf der Karte habe ich noch einen Alternativ Weg gefunden zu meiner ursprünglich geplanten Route. Die ist zwar ein paar Kilometer länger, hat aber 500 Höhenmeter weniger. Lucky me.
Nach 50 km bin ich in Carolina. Größere Stadt. Zweites Frühstück bei KFC. Ich kann sogar wählen zwischen Cappuccino und Café Latte. Zwischen hier und der 100 km entfernten Grenze zu Swasiland Alias Eswatini gibt es nur eine Unterkunft auf Google Maps: Rocks and Roses Farmstay bei Tageskilometer 123. Das wäre die ideale Entfernung, aber bei Booking COM ist das buchen dieses B&B erst in einigen Tagen wieder möglich. Egal. Mal sehen.
War die Morgen Landschaft wieder dominiert von dem weiten Blick über die hügeligen Grasflächen, so ändert sich das nun. Immer mehr Wälder tauchen auf. Eukalyptusbäume, Kiefern. Und damit verschwinden auch die Zäune zu beiden Seiten der Straße.




Kleine Affen kreuzen schon mal den Weg. Besonders auffällig schwarze Vögel mit langem Schweif. Auch Kleine rote Vögel, größere blaue Vögel.
Zweite Pause in Warburton, das von dem Sägewerk auf der anderen Seite der Straße zu leben scheint. Ich lasse mich vor der Moschee nieder. Das Minarett ist zugeballert mit Funkmasten. Exzellenter Empfang auf dem Handy.
Nun wechseln sich wieder leichter und mit leichter Regen ab. Die Landschaft wird nun durch Felsen noch pittoresker. Ich habe mich schon darauf eingestellt, zur Grenze von Swasiland durch zu radeln. Aber als ich an dem Abzweig zu Rocks and Roses an,, fährt genau in dem Moment ein Jeep von der Straße auf die Zufahrt. Ich kann den Fahrer stoppen. Tatsächlich, sie haben eine Unterkunft für mich. In einem unterstelltenCaravan, umgeben von Kücheneinrichtung Bad und nette Einrichtung, zu der ich auch meine Fahrradgesellen kann,. Mit scharfen, um gegen vor wunderschönste Landschaft, durch die ich noch an Spaziergang mache.







Mittwoch, 14. Januar 2026: eMbangweni - Grenze Südafrika/Eswatini - Mbabane - Lobamba - Manzini (98 km)

Was für eine Schlacht! Was für eine Abfolge von Schlachten!Die kleine Schlammschlacht zurück zur Straße, zur N 17, ist ein winziger Auftakt. Es ist wieder 15°. Heute fühlt es sich nicht ganz so kühl an, vielleicht Gewöhnung, vielleicht der Nebel. Aber es bleibt 15° und daZu gesellt sich Regen, mal mehr mal weniger.
Lochiel hieß eMbangweni offenbar früher und auch als ich in der Frühe hindurch radle taucht der Name häufig auf.
Die Steigungen halten mich warm. Und ich bin in großer Gesellschaft. Viele Schülerinnen und Schüler warten im Regen am Straßenrand oder gehen laufen am Straßenrand in Uniform.
Ich höre und spüre, dass ich nach ein paar 100 km wieder das eine Kettenglied gelöst hat. Aber ich kann weiterfahren. Dann ist mir kalt. Zittern komme ich an der Grenze an. Die südafrikanische Gesundheitskontrolle ist reine Formsache. Würden sie mich doch untersuchen, der Raum ist ein bisschen beheizt.




Ruckzuck bin ich über die Grenze. Eswatini, bis 2018 Swaziland. Der König hat’s einfach bestimmt. Absolute Monarchie. Direkt hinter der Grenze ein Lebensmittelladen. Beim Frühstück ist die allerletzte Packung Plätzchen draufgegangen. Die Kassiererin sieht mir meine Kälte an und weißt auf das Angebot von Tee und Kaffee in einem Nebenbereich. Heißer Kaffee und lauwarme Mahlzeit.
Hinter der Ladenzeile ist eine kleine Werkstatt. .Given hat eine Zange und das richtige Feingefühl für meine Kette. Jetzt könnte sie wieder ein paar 100 km halten.
Eine Premiere: Autobahn. Zumindest ein Autobahn. Schild und getrennte Fahrbahnen führen direkt von der Grenze ins Landesinnere. Praktisch. Einen breiten Randstreifen gibt es auch. Es geht munter auf und ab. Eine Steigung schenke ich mir, indem ich durch die HauptstadtMbabane radle. Setz der Reiseführer ist der Meinung, diese Stadt habe keine Sehenswürdigkeiten, außer der Landschaft drumherum. Und die ist wirklich toll, vor Alpin. Denn zwischenzeitlich haben sich die Wolken etwas höher etabliert.
Auch für Lobamba fahre ich von der Autobahn ab. Parlament, Nationalmuseum und Sportstadion sind hier auf halber Strecke zwischen Hauptstadt und größter Stadt: Manzini. Allerdings liegt das hier ein paar 100 m tiefer als die Hauptstadt. Entsprechend ist es jetzt auch ein paar Grad wärmer.
Dann platzt der hintere Reifen. Ein lauter Knall und ich rolle auf der Felge. Zum Glück kann ich mich vor dem wieder stärker werdenden Regen in einen riesigen unterstand retten. 2 Stunden brauche ich für meine Reparaturversuche. Mantel und Schlauch haben einen Riss direkt an der Felge. Ich stelle mich schon mal auf die Möglichkeit eines Pick-up Transports ein. Der vordere Reifen wird nach hinten montiert, den Riss im hinteren Mantel klebe ich von innen mit drei großen Fahrradflicken. Der schwache Mantel kommt nach vorne, wird nur ein bisschen aufgepumpt und dennoch bläht sich gleich die geklebteStelle. Wie viel Meter kann ich damit fahren. Ganz sanft setzte ich wieder an auf der Landstraße. Vorderreifen schonendes fahren. Ich versuche also möglichst in Rückenlage zu strampeln, damit möglichst viel Gewicht auf dem Hinterrad liegt. Vor allem ganz langsam und bloß keine Erhebungen oder Dellen. Es zieht sich, es regnet auch wieder aber es hält. Und im Zielort finde ich tatsächlich einen neuen Mantel. Passend.









Donnerstag, 15. Januar 2026: Manzini - Siphofaneni - Big Bend (80 km)

Regen auch in der Nacht. Feuchtigkeit alle überall. Nichts ist trocken geworden in meinem Zimmer. Ich steige in die feuchten Schuhe. Um acht bin ich in dem großen Laden, der hinten Fahrräder und eine Werkstatt hat. Phile, der Fahrradmechaniker, mit dem ich verabredet bin, freut sich auf den Job. Beim schieben des Fahrrads in das letzte Hotel von Malawi, also vor rund 2000 km, ist das Fahrrad umgekippt. Dabei ist der Bremsgriff für die Hinterradbremse gebrochen. Weil es eine hydraulikbremse ist, ist die Reparatur nicht so einfach. Graham, ein Fahrradmechaniker aus Harare, hat sehr intensiv für mich recherchiert. Dabei stellte sich heraus, dass sogar Magura Südafrika keine Möglichkeit sieht, Ersatzteile für mein altes Gerät zu liefern. Heute soll also das Problem gelöst werden. Es gibt eine Kiste mit Griffen und sogar ein paar Hydraulikbremsen sind dabei.Phile probiert eine Weile, kommt aber auch zu dem Schluss: keine Lösung auf diesem Weg möglich. Aber er kann eine Cantilever-Bremse einbauen. Vorne auf den neuen Mantel drauf, vorne und hinten kräftig Reifendruck, Kette Ölen. So läuft’s besser.
Ich gebe ein dickes Trinkgeld. Auf der Rechnung tauchen pro Arbeitsstunde umgerechnet zwei Euro auf.
Bis zum Checkout aus der Feuchtigkeits Höhle bleiben noch ein paar Minuten. Einzige Sehenswürdigkeit der Stadt laut Reiseführer: der Markt von 1983. Eine junge Verkäuferin hilft mir zu Teigtaschen. In der ersten Etage gibt es Souveniers. Mir begegnet sogar eine französische Familie mit drei Kindern. Alles locker hier. Ganz anders als in Südafrika.





Viel leichter und mittlerer Regen heute. Meine Klamotten sind ja eh feucht. Immer dann wenn Regen und Nebel sich verziehen, habe ich einen Blick auf die tolle Landschaft.
Entsprechendhügelig ist die Strecke. Tendenziell aber geht es runter Richtung Meer. Indischer Ozean.
Belebend die Begeisterung an der Strecke. Es ist wieder so wie in den ersten Ländern der Tour. Spontanes Winkeln, jubeln, immer wieder werde ich auf unterstellMöglichkeiten gegen den Regen hingewiesen. Völlig anders als in Südafrika.
Pause im Hungry Lion von Siphofaneni. Der Eisautomat ist allerdings kaputt. Immerhin WLAN funktioniert. Ich checke noch einmal meine Unterkunftsmöglichkeiten. Ideal Ziel nach 100 km eine Unterkunft am Rande des Naturparks. Ob ich das vor der Dunkelheit schaffe?
Wieder setzt der Regen ein. Diesmal kontinuierlicher. Keine Wolkenlücken mehr. Das diszipliniert beim Fahren.
Bei Tageskilometer 75 spüre ich, wie wieder die Kette auf einer Seite aufspringt. Jetzt wird es kritisch. Geht sie wieder komplett auseinander, habe ich ein Problem mit Regen und Dunkelheit. Ich werde eine Lodge, die mehr für Landstraßen Fahrer gedacht ist. Riesen Zimmer. Genug Platz für das Fahrrad. Möglicherweise auch für den Kettentausch morgen früh. Und drinnen ist es nicht so feucht. Eine Chance, dass die Wäsche diesmal trockener wird. .





Freitag, 16. Januar 2026: Big Bend - Lavumisa - Grenze eSwatini/Südafrika - Mkuze (108 km)

Im Hotelzimmer wechsle ich die Kette am Fahrrad. Ich hab jahrelang kein Kettenschloss mehr berührt. Entsprechend dauert die Aktion eine gute Stunde. Zum Glück hat die neue Kette genau die Länge der alten. Außerdem gibt es ja YouTube.
Kurz vor zehn zwingt mich die Checkout Zeit hinaus in den Regen. Schnell ist wieder alles ganz nass. Und das wird den ganzen Tag über so bleiben. Dazu kommt starker Gegenwind. Die ersten Stunden liegt mein Schnitt bei relativ flacher Strecke bei 13 km/h.
Nach 20 km erreiche ich das Ziel, dass ich gestern Abend noch erreichen wollte: KaMsholo Bushveld Safaris. Mit Glück hätte ich es mit der defekten Kette noch bei Tageslicht erreichen können, aber wie sich jetzt herausstellt, die eigentlichen Zimmer liegen noch 5 km weiter. Hier gibt es nur einfache Hütten, wunderschöne BeeHive, die bei meinem ganzen nassen Zeug eine Katastrophe gewesen wären.
Ich bin schon ausreichend fertig für eine Pause. Ich lasse mir eine Plastikplane unterlegen wegen der nassen Klamotten. Einige kleinere Touristengruppen machen hier Stationen. Aber alle Safari. Aktivitäten sind wegen des Dauerregens eingestellt. So macht es auch keinen Sinn hier zu bleiben.





Heißer Cappuccino, heiße Schokolade, heißer Pie, weiße Kies, heißer Muffin: es geht in die nächste Etappe. Alle Becher und Flüsse, die ich überquere, sind Weite bei ihrer Hofer getreten. Baumstämme treiben im Wasser.
Morgen soll es hier genauso regnen, nur weiter im Süden ist Sonne in Sicht. So nehme ich an der Grenzstation bei. Lavumisa mit gemischten Gefühlen absieht von Eswatini. Tolle Landschaft, der Spirit der ersten Länder dieser Tour, aber bei Dauerregen.
Willkommen in der Provinz KwaZulu-Natal. Heute übertreffen die realen Höhenmeter, die von Google berechneten, besonders stark: fast die Hälfte mehr. Immerhin hält das warm.
Ich erreiche die N2. 300 km werde ich am Ende auf ihr gefahren sein. Die hat einen ganz ansehnlichen breiten Seitenstreifen. Den brauche ich aber auch. Denn die Armada der LKW brauchst mit voller Geschwindigkeit an mir vorbei.
Mit allen Klamotten samt Schuhen versammle ich mich unter der Dusche. Hoffentlich wird irgendwas halbwegs trocken bis morgen früh.
Und die neue Kette? Hält. Aber immer wieder dreht sie ein bisschen durch. Ich konnte halt nicht die Zahnräder ebenfalls auswechseln. Dafür, dass alles vor der Tour neu installiert wurde, ein bisschen schwach.





Samstag, 17. Januar 2026: Mkuze - Enqupheni (95 km)

Zum unerwartet üppigen Frühstücksbuffet gibt auf dem Riesenbild Nachrichten TV. SABC. Vor allem Wetterbericht. Auch heute und morgen gibt es weitere Regenfälle. Thema. Aber vor allem: die Folgen der Regenfälle: Überflutungen in den Nachbar Provinzen zu Eswatini. Auch auf den Timelines des Smartphones schwappt die Flut herein: im Krüger Nationalpark schwimmen die Autos. Ich bin also im Prinzip ganz gut weggekommen bisher.
Die ersten 2 Stunden bleibt es sogar trocken heute. Dann 1 Stunde kräftiger Schauer. Danach leichter Regen. Bei mancher Flussüberquerung sieht man, dass das Hochwasser etwas zurückgegangen ist. Nach den Bananen und Maiswäldern sowie vielen großen Wildreservat, sollen jetzt wieder Wälder die Straße. Vor allem Eukalyptusbäume. Eine Weile werden Ananas am Straßenrand angeboten, dann Kunsthandwerk aus Holz.




95 km radle ich heute auf der N2. Der Randstreifen bleibt riesig. Einziges Problem: einige LKW, ganz wenige PKW fahren dauerhaft auf dem Randstreifen. Ich kann nur hoffen, dass sie rechtzeitig einen Bogen um mich machen.Es gibt nur eine große Tankstelle mit Raststation: TotalEnergies Petroport N2 Hluhluwe. Auch hier wird man mit Bonjour begrüßt. Ich stehe mitten in meiner eigenen Wasserlache. Die Klimaanlage ist Gift. Draußen hält sich die Temperatur heute zwischen 24 und 26 Grad. Drinnen viel zu kalt.
Das Tagesziel habe ich von vornherein etwas bescheiden gewählt heute. Kurz nach drei bin ich da. Eine schöne Ferienanlage etwas abseits: die Bonitaz Lodge. Alles muss mal etwas trockener werden. Noch 215 km bis Durban.

Direkt nachdem ich diese Zeilen transferiert habe, ist mein Datenvolumen am Ende. WLAN gibt es auch nicht. Bleibt der Fernseher in meiner sechseckigen Hütte. Vom Spiel um den dritten Platz beim Afrika-Cup bekomme ich den letzten Elfmeter mit.






Sonntag, 18. Januar 2026: Enqupheni - Mtunzini (88 km)

Am Morgen bei SABC News nur ein top Thema: die Überflutungen im Krüger Park, den benachbarten Provinzen und inzwischen auch in Mosambik. Es regnet weiter. Auch wenn ich morgens die Sonne wieder entdecken darf. Aber erst nachdem ich das Vorderrad geflickt habe. Wieder ein kleiner Draht. Zum Glück weicht die Luft, als ich gerade mit dem Rad vom Hof reiten will.
Es bleibt eine Weile trocken und dann gibt es düstere Wolken, aber nur leichten Regen, verbunden allerdings mit starkem Gegenwind. Auch leichter Regen macht einen irgendwann nass.
Pause wieder in der großen Raststätte an der Straße. Diesmal mit Wimpy. An der Tankstellenkasse können Sie sogar neues Datenvolumen auf meinem Handy schaffen. Dauert nur eine Weile. Zum Glück muss ich dafür nie etwas selber tun. I Ich darf mich nur am Ende freuen, wenn die Apps wieder neue News saugen.




Gut 1 Stunde halte ich mich in der Raststätte auf. Von meinem Platz sehe ich an der Südafrika Fahne die Konstanz von Regen und Gegenwind. Die Straße wurde übrigens schon ohne Ankündigung mitten auf der Strecke zur Autobahn erklärt. Ein paar Kilometer weiter, wieder auf offener Strecke ohne Ankündigung, werden explizit Fahrradfahrer und Fußgänger von der Fahrbahn verbannt. Ich fahre weiter. Nach weiteren 20 km auf der Autobahn kommt die Toll Station. Ich halte ausnahmsweise an. Bicycle do not pay, meint die Kassiererin einfach. Ich fahre von der Autobahn runter aus dem Regen. Raus zu einer top Unterkunft. Zum dritten Mal habe ich die Schwierigkeit, dass auf Klingeln nicht reagiert wird. Ich schlage gegen das Tor und rufe laut. Dann ist mir das Mitleid der supernetten Host-Familie sicher.
Ein Handtuch wird mir schon draußen gereicht. Ich bekomme Unterstützung um das Gepäck ins Zimmer zu bekommen. Später bekomme ich ein Rhino-Fahrra-Trikot geschenkt, weil mein Touren-Trikot Auflösungserscheinungen zeigt. Zu guter letzt stehen zwei Flaschen Bier vor der Tür für das bemerkenswerte Finale des Afrika-Cup zwischen Marokko und Senegal. Es ist unglaublich.





Montag, 19. Januar 2026: Mtunzini - Ballito - La Mercy (106 km)

Seonaid und Peter, meine Gastgeber, sind selber begeisterte Radler und Reisende. Kommen gerade aus Singapur zurück. Peter repariert meinen Fahrradcomputer-Sender. Die Aufhängung war abgebrochen. Mit einer seiner Pumpen kann ich das Vorderrad wieder auf Druck bringen. Die beiden sind der Meinung, ich könne weiter auf der Autobahn radeln. So ersparen Sie mir zehn Kilometer Strecke und jede Menge Höhenmeter. Vielen Dank!
Noch einmal bin ich 85 km lang auf der N2. und komme am dritten Tag zu meiner dritten großen Raststätte.




Bei Ballito geht dann ab zur Küste. Und bald bin ich am indischen Ozean. Es ist der erste Tag ohne Regen seit einer Woche, aber ein Sommersonnentag ist es auch nicht. La Mercy, der Ort am Strand auf Höhe des Flughafens, nur 10 km von meiner Abflug Destination entfernt, ist genau die richtige Distanz für heute. Außerdem kann ich hier gut Gepäck lassen, das ich nicht mehr brauche. So komme ich leichter die Drakensberge nach Lesotho hinauf.





Dienstag, 20. Januar 2026: La Mercy - Taxifahrt (ca. 250 km) - Underberg - Sani Lodge (20 km)

Die verbliebene Zeit bis zum Rückflug am Samstag reicht nicht mehr, um die komplette Strecke nach Lesotho hin und zurück zu radeln. Deshalb hab ich gestern Abend mithilfe der wunderbaren Juliette von meiner Unterkunft einen Fahrer zu organisieren. Paul holt mich pünktlich um 8:00 Uhr ab. Ich kann 10 kg Gepäck in der Unterkunft hier, 10 km vom Flughafen, lassen.
Mit ausgebautem Vorderrad und Sattel passt das Rad in den Wagen. Jetzt erlebe ich die N2 aus der Auto- Perspektive. Und dann die N3 Richtung Johannesburg. Weitgehend eine Baustelle, weil die Containerbeförderung vom Hafen in Dörpen zu Hauptstadt beschleunigt werden.
Bei Pietermaritzburg bitte ich meinen Fahrer Paul um einen kleinen Umweg. Seine 2022 verstorbene Dominikanerin hat am Rande der Millionen statt ihre letzten Jahre verbracht. Wider Erwarten werde ich herzlich empfangen, begegne einer Schwester, die ich 1985 in Jerusalem schon getroffen habe und bekomme auch eine Gedenkplatte von Schwester Hermine zu sehen.




Um 12:30 Uhr erreichen wir Underberg. Das ist sozusagen die Basisstation auf 1500 m, von der ich den Aufstieg auf den Sani Pass starten will. Hier gibt es alle möglichen Souvenirshops in einem wunderbares Café, wo ich ein Stück Torte und Ähnliches bestelle, um genügend power zu haben.
Schließlich werden es doch nur noch 20 relativ flache Kilometer heute. Es ist zu spät, um den Aufstieg zu wagen. Die Grenze auf der Passhöhe nach Lesotho schließt um 18:00 Uhr. Außerdem ist es sehr bewölkt.
In der Sani Lodge bin ich der einzige Gast. Hinter dem Haus beginnt ein Wanderweg den Berg hinauf. Rund 200 Höhenmeter, nehme ich in Angriff, auch um mich zu akklimatisieren. Ich habe einen wunderbaren Blick auf die Drakers Berge.







Mittwoch, 21. Januar 2026: Sani Lodge - Sani Top (2873 m = Grenze Südafrika/Lesotho/Südafrika) ) - Sani Lodge - Underberg (70 km)

Bis zur südafrikanischen Grenzstation ist alles asphaltiert. Es geht insgesamt 400 m rauf, mal ein bisschen wellig, aber alles easy.
Mit der Grenzstation beginnt die eigentliche Passstraße und die ist nicht asphaltiert. 4 × 4 ist vorgeschrieben. Es ist eine üble Piste. Und auf 8 km gewinnt die Strecke 900 m Höhe. Durchschnittliche Steigung also über 10 %.
Ich muss im wesentlichen schieben. Aber die Landschaft ist großartig. Gut 3 Stunden brauche ich bis zur Passhöhe. Die letzten 1500 m sind besonders steil. Im Zickzack geht es den Berg herauf. Immer wieder verändert sich das Wetter. Wolken ziehen auf und wieder weg.






Auf der Seite von Lesotho ist alles asphaltiert. Die Einreise ist unkompliziert. Rund fünf Euro werden langst. Dahinter hält sich die Straße halbwegs auf der Höhe. Ich will ja schon ein paar Meter fahren in Lesotho. Bei der Masoba-Soba Lodge halte ich an. Eine organisierte Gruppe im Jeep ist gerade beim Mittagessen. Ich kann für einen kleinen Obolus am Buffet mir was auf den Teller schaufeln. Nette Gespräche mit der Bund zusammengesetzten Gruppe und ein Kollege von der ARD ist auch noch dabei.
Nach 4 km Lesotho reise ich wieder aus. Und nun muss ich die Piste zunächst im Wesentlichen runter schieben. Es ist zu steil und zu holprig, um zu radeln. Richtig fahren kann ich erst ab der südafrikanischen Grenzstation. Vorher gibt es noch ein paar Quer laufende Becher zu durch radeln.
Ich mache kurz Station bei meiner Übernachtungsstation. Aber ich muss noch ein paarmal weiter, sonst werden die letzten beiden Tage zu anstrengend. Und so lande ich wieder in Underberg, wo gestern meine Radletappe begann.





Donnerstag, 22. Januar 2026: Underberg - Ixopo - Highflats - Park Rynie - Scottburgh (179 km)

Wenn man am Ende einer Tour mit nunmehr mehr als 5000 km die längste Tagesetappe mit 179 km mit den mit Abstand meisten Höhenmetern von über 2000 (allerdings auch die meisten Meter abwärts: 3500) hinlegt, dann scheint das Training ja funktioniert zu haben. Allerdings ist das Fahrrad zehn Kilo leichter und bei mir fehlen auch ein paar Kilo inzwischen.
Die Straße erweist sich als sehr wenig genutzt. Den dritten Tag im Folge bleiben bleiben mir die LKW weitgehend erspart. Und die Landschaft ist einfach grandios. Bis runter zum Meer. Die Highflats sind weder high noch flat.




Die Sonne scheint jetzt wieder und auch dadurch, dass es immer weiter bergab geht, wird es im Laufe des Tages recht warm. Ich trinke viele viele Liter. Immer wieder kann ich nachkaufen.
Das Problem: in der zweiten Tageshälfte gibt es praktisch keine Unterkünfte. Zuletzt zerschlägt sich die Hoffnung bei Osborne's nest. Es ist zwar auf Google Maps als Unterkunft markiert, liegt aber doch ein bisschen weg von der Straße und von dort ermuntert kein einziges Schild zum hinfahren. Also schütte ich mir noch 1 l Vanillepudding (Ultra Mel) und schon sind die letzten 15 km ein Kinderspiel. Die Orte am Meer sind einfach kleine weitläufige Dörfer.






Freitag, 23. Januar 2026: Scottburgh - Durban - La Mercy (101 km)

Dank der kräftigen Vorarbeit gestern steht heute ein kompletter Genießer Tag an. Dazu gesellt sich starker Südwind, also Rückenwind an der Küste entlang über Dörpen nach la Mercy. Vorab am Morgen aber erst mal ein Bad im Meer. Spaziergang runter zum Strand, zu Fuß über die stillgelegte Eisenbahnschienen. Kräftiger Wellengang.
Auf der R102 radle ich im Wesentlichen nach Durban. Einiger Verkehr, aber trotzdem angenehmes Fahren. Zweites Frühstück auf halber Strecke bei KFC, gerade noch so vor halb elf, wenn‘s damit vorbei ist. Die erste Tour, die mich regelmäßig zu KFC geführt hat. Anfangs mangels Alternativen, später weil ich eingearbeitet war in die Abläufe.
Die R102 entfernt sich ein bisschen vom Meer. Macht einen Bogen um den riesigen Hafen. Führt durch Industriegebiete. Durban hat eine der höchsten Mordraten weltweit. Die deutsche Botschaft warnt vor der Innenstadt selbst am Tage. Ich fühle mich safe. Naja, eine Panne möchte ich jetzt grad nicht haben. Die riesigen Zuckerhallen am Zucker Terminal könnten von dem, was hier wichtig war und wichtig ist.






Dann geht es am Rande der Innenstadt zum nördlichen Strand. Hier ist für die WM 2010 eine mehrere Kilometer lange Promenade angelegt worden. Wunderbar bereit zum Fahrradfahren. Heute fast verlassen. Ein paar Jogger, auch Radler und Segway Fahrer. Aber einige Cafés. An einem der letzten kommt die nächste Genießerstation für mich. Krön in der Abschluss der Promenade und das Moses Mabhida Stadium mit dem markanten Bogen. Die Deutschen haben hier 2010 gegen Belgien und England gewonnen, im Halbfinale gegen Spanien, dann verloren.
Die Googlesche Fußgänger Route schlängelt sich nun links und rechts der M4 nach uMhlanga. Ein Edel Vorort von Durban am Meer. Erst kommen lange Villenviertel, ohne das ich Zugang zu mir hätte. Dann geht es auf einer Promenade am Leuchtturm vorbei zum eigentlichen Touristenviertel. Hier ist einiges los. In einem Restaurant eine weitere Genießer für mich.
Zuletzt muss ich dann doch auf die M4. Sie führt noch mal auf 100 m hoch bei dichtem Verkehr und wenig Rand. So bin ich wieder in la Mercy, wo ein Teil meines Gepäcks auf mich wartet.





Samstag, 24. Januar 2026: Flug Durban - Doha

Da ich diesmal im ersten Stock meines Quartiers untergebracht bin, habe ich noch schöneren Blick auf das Meer und die Sonne, wie sie durch die Wolken blitzelt. Um 7:00 Uhr bin ich verabredet mit meinem Fahrer Paul, der hier schräg gegenüber wohnt. Ich darf ihn bei seinem Hundespaziergang mit Jack und Gracie begleiten. Im Pick-up Truck geht’s runter zum Meer und dann genießen wir die Morgenstunde gemeinsam mit einigen Joggen und anderen doggy Walkern.
Um 9:00 Uhr ist Paul wieder zur Stelle und bringt mich samt Fahrrad auf seinem Pick-up Truck zum Flughafen. Er hat mir nicht nur sehr geholfen in den letzten Tagen, sondern wir haben uns auch prächtig verstanden.





Paul hat mir erzählt, dass am Flughafen eine WRapmaschine existiert. Da hoffe ich drauf für die Fahrrad Verpackung. Beides habe ich schon erlebt. So richtig passen tut das Fahrrad auf die Red Maschinen nicht aber in der Mongolei, in Ulan Bator, hat man das Fahrrad einfach senkrecht gestellt und dann erst die eine Hälfte und dann die andere Hälfte mit der Maschine verpackt.
Hier halten Sie das für unmöglich. Stattdessen bekomme ich zwei schlichte Plastiksäcke, die mit Tesa rund um das Fahrrad fixiert werden. Eine sehr einfache Verpackung. Aber Qatar Airways akzeptiert sie mit den üblichen Vorbehalten und Unterschriften. Ich bin mein Gepäck los und kann nun mit der Lenkertasche über der Schulter zum Gate.
Der Flieger ist fast leer. Wird aber voll bei einer Zwischenlandung in der Hauptstadt von Mosambik, Maputo. Auf den Monitoren sieht man beim Anflug das Flugzeug von oben hinten über der Bucht. (Übermittlung: erstmals kostenlos Wlan im Flieger - Qatar macht‘s möglich)





Sonntag, 25. Januar 2026: Flug Doha - Frankfurt

Nach fast zwölf Stunden im Flugzeug tut ein kleiner Spaziergang durch Doha Airport gut. Alles scheint pünktlich auf den Anzeigetafeln, obwohl wir vor der Landung zwei Ehrenrunden über Katar fliegen mussten. Eine der beiden Startbahnen kann nicht genutzt werden. Unser Abflug scheint pünktlich loszugehen. Aber dann stehen wir eine Stunde mit dem Flieger rum vor dem Start.




Neben mir sitzt Valentin, der mit seiner Trompete gerade in Saudi-Arabien Auftritte hatte. Wir unterhalten uns eine ganze Weile. Leider selten geworden. Eine gemeinsame Bekannte haben wir auch noch. Und er weist mich darauf hin, dass auf der elektronischen Karte zwar die Palästinensischen Orte Gaza-City, Hebron und Nablus verzeichnet sind, nicht aber das wesentlich größere Tel Aviv.
entsprechend landen wir mit 1 Stunde Verspätung in Frankfurt, trotz der eher symbolischen Verpackung hat auch das Fahrrad den Rückflug gut überstanden. In 24 stunden von haus zu haus. Gepäckträger Schraube fehlt Nachtrag Platten vorne - wäre bei Fhart zum Flughafen wahrscheinlich zum Problem geworden. Gern gefragt: was braucht man, um so eine Tour durchzuziehen? Scheiße viel Disziplin, Wille, Planung, mentale Vorbereitung, Flexibilität, Spontaneität, Freude an der Welt, Menschenkenntnis und jede Menge Glück.




Teil 1: Dezember 2025
Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik


Route Kigali - Durban


Rote Linie = Rad-Route; Blaue Linie = Taxi/Bus

Etappen Kigali - Durban (6.12.2025-24.1.2026)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als zum Download als Excel-Tabelle Excel-Logo

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 6.12.2025 Kigali Ruhanga Rwamagana 54
2. 7.12.2025 Rwamagana Grenze RWA/TZA Rusumo 111
3. 8.12.2025 Rusumo Kabanga (Grenze TZA/BUR) Muyinga 84
4. 9.12.2025 Muyinga Gitega 98
5. 10.12.2025 Gitega Rutana - Kayogoro - (60 km Taxi) - Grenze BUR/TZA Nyarubanda 106
6. 11.12.2025 Nyarubanda Kigoma - Ujiji Kigoma 95
7. 12.12.2025 Kigoma Uvinza 106
8. 13.12.2025 Uvinza Pass (1707 m) Mpandule 104
9. 14.12.2025 Mpandule Mpanda 94
10. 15.12.2025 Mpanda Sitalike - Katavi National Park (100 km Bus) - Lyazumbi Paramawe 47
11. 16.12.2025 Paramawe Namanyere Sumbawanga 116
12. 17.12.2025 Sumbawanga Laela 97
13. 18.12.2025 Laela Tunduma - Grenze TZA/ZAM Nakonde 131
14. 19.12.2025 Nakonde Kanyala - Grenze ZAM/MWI Chitipa 89
15. 20.12.2025 Chitipa Karonga Chilumba 170
16. 21.12.2025 Chilumba Chiweta Hills (1120 m) Mzokoto 81
17. 22.12.2025 Mzokoto Mzuzu 87
18. 23.12.2025 Mzuzu Chintheche - Kamphambale Ngala 153
19. 24.12.2025 Ngala Nkhotakota Benga 131
20. 25.12.2025 Benga Salima Mua Mission 118
21. 26.12.2025 Mua Mission Chingeni 91
22. 27.12.2025 Chingeni Zalewa Mwanza 113
23. 28.12.2025 Mwanza Grenze MWI/MOZ - Zobue Tete 134
24. 29.12.2025 Tete Grenze MOZ/ZIM Nyamapanda 146
25. 30.12.2025 Nyamapanda Mutoko Murehwa 146
26. 31.12.2025 Murehwa Harare 93
27. 1.1.2026 Harare
28. 2.1.2026 Harare Chegutu Kadoma 141
29. 3.1.2026 Kadoma Kwekwe Gweru 133
30. 4.1.2026 Gweru Bulawayo 169
31. 5.1.2026 Bulawayo Matobo National Park Maleme Dam Camp 70
32. 6.1.2026 Maleme Dam Camp Matobo National Park - Figtree Plumtree 122
33. 7.1.2026 Plumtree Grenze ZIM/BWA - Francistown Tati Siding 109
34. 8.1.2026 Tati Siding Serule Palapye 153
35. 9.1.2026 Palapye Martin‘s Drift - Grenze BOT/ZAF - Groblersbrug Marnitz 151
36. 10.1.2026 Marnitz Mokopane 157
37. 11.1.2026 Mokopane Roedtan - Marble Hall Groblersdal 132
38. 12.1.2026 Groblersdal Stoffberg eMakhazeni 109
39. 13.1.2026 eMakhazeni Carolina - Warburton eMbangweni 124
40. 14.1.2026 eMbangweni Grenze ZAF/SWZ - Mbabane - Lobamba Manzini 98
41. 15.1.2026 Manzini Siphofaneni Big Bend 80
42. 16.1.2026 Big Bend Lavumisa - Grenze SWZ/ZAF Mkuze 108
43. 17.1.2026 Mkuze Enqupheni 95
44. 18.1.2026 Enqupheni Mtunzini 88
45. 19.1.2026 Mtunzini Ballito La Mercy 106
46. 20.1.2026 Underberg Sani Lodge 20
47. 21.1.2026 Sani Lodge Sani Top (2873 m = Grenze ZAF/LSO/ZAF) - Sani Lodge Underberg 70
48. 22.1.2026 Underberg Ixopo - Highflats - Park Rynie Scottburgh 179
49. 23.1.2026 Scottburgh Durban La Mercy 101
Summe 5310



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